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Kultur im Norden Die Beatles – Feidmans Friedensbotschaft
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19:12 15.01.2018
Giora Feidman mit zwei Mitgliedern des Rastrelli Cello Quartetts, mit dem Gründer und Leiter Kira Kraftzoff (l.) und Kirill Timofeev (r.). Quelle: Fotos: Olaf Malzahn (3)
Lübeck

Er kommt auf die Bühne, breitet die Arme aus, als wolle er die Welt umarmen. Dann fängt er an zu spielen. Ganz leise. „Yesterday“. „Feldman spielt Beatles“ ist das Konzert überschrieben. „Ich spiele nicht Klarinette. Ich bin ein Sänger“, hat Gioria Feidman einmal gesagt. „Ich singe durch mein Instrument.“ Man könnte diesen Satz auch auf die Cellisten übertragen, denn auch sie verstehen es, auf ihren Instrumenten zu singen.

Von den Beatles ist Feidman schon lange fasziniert, seit 1964, um genau zu sein. Im vergangenen Jahr hat er gemeinsam mit dem Rastrelli Cello Quartett ein Album mit Titeln der Band aufgenommen. Mit ihrer Musik hätten die Beatles die Welt geeint, erklärt Feidman dem Publikum. „Das ist es, was wir heute brauchen.“ Diesen bewegenden Worten folgt bewegende Musik. „Things we said today“, „Eleanor Rigby“ oder „Michelle“ – Giora Feidman spielt die Melodien so seidig und sanft, dass es wohltut und wärmt. Aber auch schnellere Songs stehen auf dem Programm, „St. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ oder „A hard Days Night“.

Danach sieht das Programmheft die Pause vor. Aber Feidman bleibt noch. Er zieht die Menschen mit seiner Musik und mit seinen Worten in den Bann. Er gebraucht ein sprachliches Crossover aus Englisch und Deutsch. „Nirgendwo ist geschrieben, dass die Zugabe muss sein am Ende des Programms. Wir spielen die Zugabe jetzt“, sagt er nun verschmitzt. Die Bassklarinette kommt zum Einsatz bei „When I’m sixty-four“.

Paul McCartney war Mitte 20, als der Song 1967 erschien. 64 Jahre – das erschien Beatles-Freunden damals als biblisches Alter. Gespielt von Giora Feidman bekommt der Song eine ganz besondere Wirkung, denn der Musiker, als Sohn jüdischer Einwanderer in Buenos Aires geboren, ist inzwischen schon 81 Jahre alt.

Mit „Thank you to the Beatles“ beginnt der zweite Teil des Abends, einem Song, der glatt durchgehen könnte als Werk der Band aus Liverpool.

Später bringen Hila Ofek und André Tsirlin neuen Glanz auf die Bühne. Die Harfenistin, eine schöne Frau in großer Robe, und der Saxofonist bilden das „Jerusalem Duo“. Sie spielt die Harfe mit viel Temperament, so wie es wohl die wenigsten bisher erlebt haben. Das Duo gibt George Harrisons „While my Guitar gently weeps“ Tempo und Ungezähmtheit. Im ehrfurchteinflößenden Dom ist so etwas wie Club-Atmosphäre zu spüren. Hila Ofek ist, wie Feidman stolz verkündet, seine Enkelin, Tsirlin ihr Mann.

Weiter geht es mit Feidman und den Cellisten. „Back in the USSR“, „Let it be“, „Honey Pie“ und „Obladi-Oblada“. Dann soll eigentlich Schluss sein. Aber es gibt noch einmal Zugaben. Feidman streut einen Klezmer-Titel ein. Ein Konzert geht zu Ende, das das Publikum beseelt und beglückt hat.

Von Liliane Jolitz

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