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Die Comedy-Granate verliebt sich in die Märchen-Ente

Die Comedy-Granate verliebt sich in die Märchen-Ente

Eine grandiose Hella von Sinnen trägt gemeinsam mit den Jazz Baltica All Stars eine Jazz-Version von „Peter und der Wolf“ vor.

Stolz konnte Nils Landgren am Sonntagmorgen eine Weltpremiere verkünden: Für das Familienkonzert hatte der künstlerische Leiter von Jazz Baltica bei der Baritonsaxofonistin Tini Thomsen eine Jazz-Version von Sergei Prokofjews sinfonischem Märchen „Peter und der Wolf“ bestellt. Und was die Gewinnerin des IB.SH- Jazz Award 2015 mit den Jazz Baltica All Stars und einer grandiosen Hella von Sinnen als Erzählerin aus diesem Auftrag machte, versetzte in Niendorf Jung und Alt eine Stunde lang in Entzücken.

Als frisch und unverbildet erwies sich Thomsens Neufassung des 80 Jahre alten Klassikers, und das Ende der Geschichte bot eine Überraschung. Comedy-Granate Hella von Sinnen zelebrierte den Text in der ihr eigenen frechen Art im nicht immer perfekten, aber kurzweiligen Wechselspiel mit den Musikerinnen auf der Bühne. In kanariengelber Jacke fläzte sich die Komikerin im Sessel, alle dramatischen Elemente der Handlung setzte sie in energische Mimik um und hatte dabei offenkundig eine Lieblingsfigur: die Ente, die allen die Zunge rausstreckt – was ihr beim Wolf gar nicht gut bekommt.

Komponistin Tini Thomsen übernahm im pelzbesetzten Poncho an der Bassklarinette den Part des Wolfes, den der Hunger zum Haus treibt. Peters tierische Mitbewohner Vogel, Ente und Katze hatte sie mit Sopran-, Tenor- und Baritonsaxofon instrumentiert, den Großvater mit Bass und linkshändig gespieltem Klavier. Der unerschrockene Peter, der den Wolf einfängt, trat mit der Trompete in Erscheinung, nicht zu vergessen das auch für Gewehrschüsse unverzichtbare Schlagzeug. Aus dieser Besetzung ergab sich der jazztypische Klang, den die Musikerinnen auch improvisierend großartig gestalteten.

Und was wurde aus dem Wolf und der Ente in seinem Bauch? Ein riesiger Nieser beförderte das Federvieh wieder an die Luft, und das geläuterte Raubtier durfte bei Peter wohnen, hinter dem Haus Grünkohl anbauen. Und wenn sie nicht gestorben sind

Sabine Spatzek

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