Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Die Faszination des Wolkenkratzers

Lübeck Die Faszination des Wolkenkratzers

Bilder der Großstadt — Galerie Artler zeigt in der Foto-Ausstellung „StadtLandschaft“ Positionen von fünf Künstlern.

Voriger Artikel
Nachträgliche Ehrung für Roger Cicero
Nächster Artikel
Politische Hetze im Kleinformat

Foto-Künstler zeigen in der Galerie Artler Stadt-Entdeckungen: Christian Egelhaaf (v.l.), Uwe Greiß und Nicolas de Cuvry.

Quelle: Thorsten Wulff

Lübeck. Wer die Arbeit der Galerie Artler in der Lübecker Altstadt verfolgt, bekommt einen Eindruck davon, wie vielseitig Kunst aus Lübeck und Umgebung ist. Nun steht die zehnte Ausstellung bevor, die mit einer neuen Sparte bekannt macht: Mit „StadtLandschaft“ wird erstmals eine Foto-Ausstellung präsentiert.

Es gibt eine solche Überversorgung mit Venedig-Bildern, dass sich die Frage stellt: Lässt sich damit noch Aufmerksamkeit schaffen? Caesar Bauer gelingt dies außerordentlich gut.

Seine Fotos führen verschwommene Szenen vor. Kanäle, Straßen, eine Treppe, Menschen — oder auch nur ein Mensch. Extrem lange Belichtung bringt Bewegung in die Bilder, gibt ihnen aber auch etwas Verträumtes und Vages. Gleich nebenan sind digitale Montagen des Mustiner Künstlers Christian Egelhaaf zu sehen, in denen er verschiedene Motive verschmelzen lässt. Beispielsweise eine Installation, die auf Schloss Plüschow zu sehen war, mit einer Berliner Szene: Hoch oben fährt eine

U- oder S-Bahn durch eine irritierende Gegend. Die Verstörung schwindet, wenn man genau hinsieht und bekannte Details entdeckt, zum Beispiel das rote Heck eines Autos.

Gleich nebenan liegt der Lübecker Hafen. Nicolas de Cuvry zeigt sechs Fotos in kleinem Format und in Schwarzweiß. Der 53-Jährige, Gründungsmitglied der Initiative zur Rettung der vom Abriss bedrohten Hafenschuppen auf der Wallhalbinsel, nähert sich dem Gebiet künstlerisch. „Dokumentarische Fotos gibt es genug“, sagt er.

Seine Bilder sind entstanden, als es noch Winter war und die Bäume, denen der Fotograf hier und da eine Position im Vordergrund gewährt, noch kahl. Ihm geht es darum, „die Mystik des Ortes“ zu zeigen. De Cuvry arbeitet mit dem schwachen Licht der Abenddämmerung — und mit Weichzeichnertechnik, die die Impression betont und auf Details verzichtet. Von hier sind es nur wenige Schritte zu den Singapur-Fotos von Uwe Greiß — und doch ein weiter Weg. Wolkenkratzer, eigentümliche Dachlandschaften, eine Art Promenade mit Palmen: Greiß führt vor, was die Millionenstadt zu bieten hat. Protzige Großstadt-Porträts aber sind seine Bilder nicht. Der fahle Himmel und die blassen Farben lassen sie ein wenig unwirklich erscheinen.

Palmen wachsen nicht nur in Singapur, sondern auch in Kiel: In der Landeshauptstadt hat Ann-Carolin Zielonka aus Lebrade die Sehnsucht der Städter nach Natur erforscht, die wohl auch nach Palmen — hier noch im Topf — verlangt.

Eröffnung am Sonnabend, 23. April, 17 Uhr. Bis 28. Mai, Große Burgstraße 32 in Lübeck.

Von liz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur im Norden