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Die Filmtage entdecken die Serien

Lübeck Die Filmtage entdecken die Serien

Die Nordischen Filmtage Lübeck haben ihr Programm vorgestellt: Neu sind ein Rundumkino am Krähenteich und Filmreihen aus Skandinavien.

Auf zu neuen Ufern mit dem Team der 58. Nordischen Filmtage (v. l.): Christian Modersbach, Linde Fröhlich, Doris Bandhold (Filmforum), Jörg Schöning, (Retrospektive) und Franziska Kremser-Klinkertz (Kinder- und Jugendfilm).

Quelle: Wolfgang Maxwitat

Lübeck. Der Eröffnungsfilm der Nordischen Filmtage Lübeck gibt oft eine Ton- und Stimmungslage vor, die das Festival bestimmen. So war es im vergangenen Jahr mit der isländischen Produktion „Sture Böcke“ von Grimur Hakonarson, in dem die Schauspieler Sigurdur Sigurjonsson und Theodor Juliusson zwei verkrachte alte Zausel darstellen, die das Elend des Schafezüchtens wieder zusammenbringt. Sigurjonsson und Juliusson waren nach Lübeck gekommen, in ihren kratzigen Islandpullovern verkörperten sie die raue Herzlichkeit des nordischen Films.

Klicken Sie sich durch die Galerie, um etwas über die Filme zu erfahren, die im Wettbewerb des Filmfestivals "Nordische Filmtage Lübeck" gezeigt werden.

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In diesem Jahr eröffnet die norwegisch-dänisch-deutsche Koproduktion „Rosemari“ das weltweit einzige Festival, das sich ganz auf die Präsentation von Filmen aus dem Norden und dem Nordosten Europas spezialisiert hat. Gestern stellte das Team um Linde Fröhlich (künstlerische Leiterin) und Christian Modersbach (Geschäftsführer) das Programm der Filmtage vor, auch Ausschnitte von „Rosemari“ waren zu sehen.

Der Film handelt von einer jungen Frau, die auf der Suche nach ihrer Mutter quer durch Norwegen bis nach Dänemark reist. Sie wird begleitet von einer Journalistin, die die neugeborene Rosemari vor 16 Jahren bei ihrer Hochzeit auf der Toilette gefunden hat. Ein elegisches Lichtspiel, das die Regisseurin Sara Johnsen aber auch mit einer Portion Humor gewürzt hat. „Mit großartigen Schauspielerinnen ist Johnsen ein Film gelungen, der unterhält und lange nachhallt“, sagte Linde Fröhlich, 186 Filme aus Nord- und Nordosteuropa werden vom 2. bis 6. November in Lübeck zu sehen sein, 17 im Wettbewerb.

Linde Fröhlich gab einen Schnelldurchlauf zu den Werken, die um den NDR-Preis, dotiert mit 12500 Euro, und den LN-Publikumspreis (5000 Euro) konkurrieren. „Lob der Provinz“ ist ihre Überschrift über das Programm, es geht um Rache, eine Jagd durch Lavafelder, einen Feuerteufel, den Kampf von Außenseitern und ums Überleben, sexuellen Missbrauch im Erziehungsheim, Familienchaos am Weihnachtstag und anderes, was den nordischen Film so berüchtigt macht. Es gibt aber auch lichte Filme wie „Der glücklichste Tage im Leben des Olli Mäki“ um einen norwegischen Boxer, der 1962 um die Weltmeisterschaft kämpft und um die Liebe. Die Hauptdarstellerin Oona Airola wird bei der Gala im Theater Lübeck als Sängerin auftreten.

Aktuelles gibt es im Dokumentarfilmprogramm. Flüchtlingsschicksale und auch die Konflikte dieser Welt bekommen Gesichter und Stimmen. Und dann gibt es den Film „Wie ein Vulkan“ aus Island, dessen Untertitel alles verrät: „Der Aufstieg des isländischen Fußballs“ bei der Europameisterschaft 2016. „Hu-Hu-Hu!“

Zwei Neuheiten hält das Festival bereit. Die Filmtage haben sich ein sogenanntes „Fulldome“ bauen lassen, ein aufblasbares 360-Grad-Kino, in dem am Krähenteich Rundumfilme gezeigt werden. Zum Beispiel eine Doku über die Sami am Polarkreis, die unter Nordlichtern ihre Rentiere treiben. Oder – das ist ein Favorit von Christian Modersbach – „Die geheime Welt der Motten“, ein Film aus mikroskopischen 3-D-Aufnahmen von einem besonderen Biotop. Die Zuschauer können die Superbreitwandwerke vom Liegestuhl aus betrachten.

Modersbach hat noch ein weiteres Filmfaible, das weniger speziell ist, aber auch eine Neuerung darstellt: Serien. Im Fernsehen und in digitalen Medien sind sie allgegenwärtig, nun haben sich auch die Filmtage darauf eingelassen (siehe links). Ein Krimi um einen Mord und seine Aufklärung im isländischen Schneesturm („Trapped“), Komödiantisches wie „Scheidung auf Dänisch“ oder „Tür an Tür mit dem Ex“ aus Finnland bringen eine frische Note ins Programm.

Einige Prominenz wird zu den Filmtagen erwartet: Die schwedische Schauspielerin Inger Nilsson, bekannt als Pippi Langstrumpf aus den Filmen von 1969 und 1970, sitzt mit ihrer deutschen Kollegin Helene Grass in der NDR-Preis-Jury. Krimiautorin Donna Leon wird mit der „Florence Foster Jenkins Story“ kommen, sie hat den Film über „die schlechteste Sopranistin aller Zeiten“ produziert, in dem die Mezzosopranistin Joyce DiDonato die schrillen Töne singt. Auch sie wird in Lübeck dabei sein.

Drei Fragen an...

... Christian Modersbach, Geschäftsführer der Filmtage.

... Christian Modersbach, Geschäftsführer der Filmtage.

Quelle:

1) Warum gehören Serien auch in das Programm der Nordischen Filmtage Lübeck? Serie ist nicht gleich Serie. Wir zeigen High-Class-Quality-Serien, die aufwendig produziert wurden und im Vorabendprogramm oder Internet laufen. Die nordischen Länder haben so kleine Filmindustrien, dass Fernsehen und Kino nicht getrennt sind. Leute, die Kinofilme drehen, machen im nächsten Jahr einen Fernsehfilm oder eine Serie. Sie arbeiten für beide Medien und liefern das Beste ab. Die Serien bekommen ihren längst überfälligen und rechtmäßigen Platz im Festival.

2) Was reizt Sie persönlich an dem Format? Serien haben eine unglaubliche Tiefe und die Figuren eine große Komplexität. Oft findet ein Genre-Mix statt, man hat Drama, Thrilleraspekte oder Crime. Und man kann Serien am Stück gucken, darin versinken. Eigentlich ist die Serie der neue Roman und gar nicht so eine große Konkurrenz zum Spielfilm.

3) Verändern Serien das Konsumverhalten der Zuschauer? Serien binden einen anders. Beim Kinofilm ist es nach 120 Minuten vorbei. Bei der Serie kann ich nicht genau wissen, wo es hingeht. Serien haben einen stärkeren Suchtfaktor. Zudem sind sie lebensnäher. Sie geben ein umfassenderes menschliches Bild.

Interview: Alessandra Röder

 Michael Berger

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