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„Die Freiheit des Wortes ist nicht verhandelbar“

„Die Freiheit des Wortes ist nicht verhandelbar“

68. Frankfurter Buchmesse wurde gestern eröffnet – Niederlande und Flandern gemeinsam als Ehrengast – „The Arts+“ neuer Schwerpunkt.

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Große Seiten: Der britische Künstler David Hockney blättert gestern in seinem Buch „SUMO – A Bigger Book“.

Quelle: Arne Dedert/dpa

Frankfurt am Main. Der Kampf um Meinungsfreiheit und die digitale Vermarktung von Kunst sind Hauptthemen der gestern eröffneten 68. Frankfurter Buchmesse. Die Meinungs- und Publikationsfreiheit sei weltweit bedroht, sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller. „Die Freiheit des Wortes ist für uns ein Menschenrecht und nicht verhandelbar.“

„Besonders betroffen macht uns die Situation in der Türkei“, betonte Riethmüller. „Doch die Politik schweigt, schaut zu und handelt nicht.“ In einer Online-Petition (#FreeWordsTurkey) werden Bundesregierung und EU-Kommission aufgefordert, die Meinungs- und Pressefreiheit kompromisslos zu verteidigen. Die vor einigen Wochen gestartete Initiative von Börsenverein und PEN-Zentrum Deutschland wurde bisher von rund 80 000 Menschen unterzeichnet.

Zur weltgrößten Literaturmesse werden mehr als 7000 Aussteller aus rund 100 Ländern erwartet. Rund um die Messe wird es bis Sonntag rund 4000 Veranstaltungen mit etwa 600 Autoren geben. Insgesamt rechnen die Organisatoren mit rund 300 000 Besuchern.

Neu ist in diesem Jahr der Schwerpunkt „The Arts+“, eine Messe innerhalb der Messe und eine Konferenz zum Thema Digitalisierung der Kunst. „Nach der Musik- und Filmindustrie und der Verlagsbranche erreicht die Digitalisierung nun langsam, aber sicher auch den Kunst- und Kulturbetrieb“, erklären die Organisatoren.

Zum Auftakt von „The Arts+“ lud die Messe den britischen Maler David Hockney ein. Er brachte Bilder mit, die er auf einem iPad gemalt hat. Tablet-Computer seien „ein wunderbares neues Medium“ für Künstler, sagte der 79-Jährige. „Alles, was man braucht, ist da per Fingertipp.“ Man brauche keinen Pinsel und kein Wasser zu holen, Farben und Leinwände gingen nie aus. Das neue Medium habe viele Vorteile – und einen Nachteil: „Man muss nie aufhören.“

In einem Sonderwagen der niederländischen Bahn fuhren gestern Morgen mehrere Dutzend Autoren, Verleger und die Kulturministerin Jet Bussemaker aus Amsterdam nach Frankfurt ab. Zur Reisegesellschaft gehörten unter anderem die Bestsellerautoren Leon de Winter, Jessica Durlacher, Connie Palmen und Tommy Wieringa. Der gemeinsame Sprachraum Niederlande und Flandern ist in diesem Jahr Ehrengast der weltgrößten Bücherschau. Der Gastlandauftritt steht unter dem Motto „Dies ist, was wir teilen“. Zu der Eröffnungsfeier gestern Abend wurden EU-Parlamentspräsident Martin Schulz sowie die Könige Philippe von Belgien und Willem-Alexander der Niederlande erwartet.

LN

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