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Die Jazz-Sängerin, die auch jodeln kann

Lübeck Die Jazz-Sängerin, die auch jodeln kann

Viele Hits habe sie nicht mitgebracht, stellt Gitte Haenning klar. Im Theater Lübeck präsentiert sie ihr Programm „Meine Freunde, meine Helden, Ihre Gitte“ – Songs aus ihrer langen Karriere. Auch alte Hits sind darunter, allerdings neu interpretiert.

Lübeck. Nichts ist zunächst von dem Star des Abends zu sehen, die Stimme kommt aus dem Off: „Ich habe Lampenfieber“. Dann betritt sie die Bühne, in Jeans und braunem Frack, der ein wenig zu geräumig für sie wirkt. Ab Anfang Dezember wird Gitte Haenning am Theater Lübeck wieder in dem Erfolgsmusical „Sunset Boulevard“ als Norma Desmond auf der Bühne stehen, als gealterte Film-Diva, die nicht wahrhaben will, dass ihr große Zeit vorüber ist.

 

LN-Bild

Mit viel Kraft: Gitte Haenning im Theater Lübeck.

Quelle: Foto: Felix König

Davon ist Gitte Haenning, inzwischen eine Frau von 71 Jahren, ganz weit entfernt. Sie verausgabt sich, mit ihrer Stimme, ihrer Show, ihrer ganzen Persönlichkeit. Sie singt Schlager, Pop, Swing, Jazz, erzählt Anekdoten und wirbelt auf der Bühne herum mit beneidenswerter Kraft.

Ihre Freunde und Helden, das sind Stars wie Udo Lindenberg („Club der Millionäre“), Helge Schneider („Ich hab’ mich vertan“) und ganz besonders Rio Reiser („Für immer und dich“). „Apropos Udo: Ich könnte etwas trinken“, sagt sie. Apfelsaft wird gebracht. Später setzen plötzlich ihre vier Musiker und sie selbst Hüte auf. Ein Jodler erklingt, dann „Ich will ’nen Cowboy als Mann“ – allerdings in einer neuen, aufgefrischten Version. „Ich will alles“, bekennt sie – ein weiterer Hit von früher.

Nach der Pause erscheint sie neu eingekleidet: schwarzer Plisseerock, schwarzer Pullover, schwarze Jacke mit goldfarbenem Besatz, dazu eine riesengroße pinkfarbene Brille. So geht es ab nach Hollywood. Gitte Haenning macht „There’s no Business like Show Business“ zum Chanson. Soli von Benedikt Reichenbach (Gitarre), Thomas Alkier (Schlagzeug), Wolfgang Köhler (Klavier) und Olaf Casimir (Kontrabass) geben einem fast das Gefühl, in einem Jazzclub zu sein.

Sehr schnell vergeht die Zeit, zweieinhalb Stunden sind vorüber. Es gibt noch „Blowin’ in the Wind“. Gitte unterlegt den Anti-Kriegs-Song mit Wut und Zorn. Mit dem gefühlvollen „Song for you“ geht der ebenso unterhaltsame wie mitreißende Abend zu Ende. Das Publikum dankt mit viel Applaus.

liz

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