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Kultur im Norden Die Königin der Instrumente ist nun Welterbe
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18:20 07.12.2017
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„Deutschland kann auf eine große Kultur des Orgelbaus und der Orgelmusik zurückblicken, die weltweit ihresgleichen sucht“, sagte die Kultur-Staatsministerin Monika Grütters (CDU). Die Aufnahme in die Unesco-Liste von Traditionen und Fertigkeiten würdige die Bedeutung dieses über Jahrhunderte gewachsenen kulturellen Erbes. Der Vizepräsident der Deutschen Unesco-Kommission, Christoph Wulf, betonte, dass jede Orgel einzigartig sei.

Domorganist Hartmut Rohmeyer vor der Marcussen Orgel. Im Lübecker Dom gibt es vier Orgeln.

Mit großer Freude hat auch Hartmut Rohmeyer, seit 1990 Organist am Lübecker Dom, diese Nachricht aufgenommen. „Das passt gut in das ausklingende Lutherjahr. Die Orgelmusik hat in der nachreformatorischen Zeit ganz wichtige Impulse bekommen und den Gemeindegesang, der wichtiger Teil der Reformation war, belebt.“

Die Orgel wurde vor mehr als 2000 Jahren in Ägypten erfunden und gelangte über Byzanz nach Europa. Deutschland zählt heute weltweit zu den wichtigsten Ländern für Orgelbau und -musik. Den Angaben zufolge gibt es bundesweit derzeit rund 400 handwerkliche Orgelbaubetriebe mit mehr als 2800 Mitarbeitern sowie Zehntausende haupt- und ehrenamtliche Organisten. Mehr als 50000 Orgeln sind im Einsatz.

Experten im Norden haben begeistert auf die Entscheidung der Unesco reagiert, den Orgelbau und die Orgelmusik in Deutschland in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufzunehmen. Das sei eine hervorragende Anerkennung für alle, die sich in diesem Bereich engagierten, sagte der Direktor der Orgelakademie „Organeum“ im ostfriesischen Weener, Winfried Dahlke. Der Schritt werde dem Orgeltourismus einen Schub verleihen.

Der norddeutsche Orgelbau und die norddeutsche Orgelmusik haben innerhalb der deutsche Orgelmusik einen besonderen Stellenwert, betont Hartmut Rohmeyer. „Als ich nach Lübeck gekommen bin, habe ich gelernt, dass der Organist in der Kichenmusik die erste Persönlichkeit ist, noch vor dem Kantor.“ Als Domorganist denke er natürlich an die im Krieg zerstörte Domorgel im Westchor. „Die Zerstörung hat eine große Lücke in der Orgelstadt Lübeck entstehen lassen.“ Seit mehr als 20 Jahren bemühe er sich darum, die Arp-Schnitger Orgel wieder errichten zu lassen. „Wenn die Entscheidung der Unesco-Kommission einen Impuls gibt, dass dieses Projekt nun vorankommt, würde mich das ganz besonders freuen.“ dpa, ph

LN

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