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Kultur im Norden Die Lohmans und die Frage nach Schuld und Sühne
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21:17 31.08.2013
Erik Schäffler Quelle: Foto: Lutz Roeßler

Zwei Ehepaare treffen sich in einem teuren Restaurant. Es gibt etwas Wichtiges zu besprechen. Die Sache hat mit ihren halbwüchsigen Söhnen zu tun. Mit „Angerichtet“ hat sich das Theater Combinale einen Bestseller aus den Niederlanden vorgenommen. Seine Bühnenversion nach dem gleichnamigen Roman von Herman Koch hat am Freitag Premiere.

Die Anordnung erinnert an Yasmina Rezas Stück „Der Gott des Gemetzels“. In „Angerichtet“ aber geht es um weit mehr als um zwei herausgeschlagene Schneidezähne. Es geht um ein Verbrechen, um Schuld, um Vertuschungsversuche und um die Frage nach den Wurzeln von Gewalt. Das klingt nicht unbedingt nach einem heiteren Abend. Regisseur Erik Schäffler jedoch verspricht erlösende Moment in dem „heiteren Tragödienkrimi“. Schäffler, Jahrgang 1961, ist selbst Schauspieler. Seit 2011 ist er festes Ensemblemitglied am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Er arbeitet aber auch als Sprecher, Theaterautor und Regisseur.

„Angerichtet“ war bereits im Theater Ingolstadt und im Theater Altona in Hamburg zu sehen. Ulli Haussmann vom Combinale und Knut Winkmann, Chef der Theaterpädagogik am Theater Lübeck, haben trotzdem eine eigene Bühnenfassung geschrieben. „Wir haben ziemlich heftig in die Erzählstruktur eingegriffen“, sagt Haussmann. Einiges, was im Buch aufgelöst werde, bleibe auf der Bühne offen: „Im Theater ist es spannender, Fragen zu stellen, als Fragen zu beantworten. “

Haussmann steht auch selbst auf der Bühne. Er spielt Serge Lohman, einen Politiker, der im Wahlkampf steht und gute Chancen hat, Ministerpräsident zu werden. Er und sein Bruder Paul Lohman (Oliver Hermann), ein gescheiterter Lehrer, haben kein gutes Verhältnis zueinander. Nun nehmen sie mit ihren Ehefrauen, verkörpert von Katreen Hardt und Mignon Remé, eine Art Henkersmahlzeit ein. Ihre Söhne sind in eine schreckliche Sache verwickelt — wie darauf reagieren?

Das Publikum sieht zu, wie die vier traurigen Helden sich abkämpfen. Immer zum falschen Zeitpunkt platzt die Kellnerin (Stefanie Büttner) ins Geschehen. Die Geschichte habe etwas von Tschechow, sagt der Regisseur. Die Protagonisten können auch mit Mitgefühl rechnen. Die Inszenierung sei so angelegt, sagt Schäffler, „dass die Sympathien ständig wechseln“. liz

„Angerichtet“, Premiere am 6. September, 20 Uhr, Theater Combinale, Hüxstraße.

LN

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