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Die Lübecker machen es sich schön

Lübeck Die Lübecker machen es sich schön

Der Hansetag von 2014 hat Folgen: Erstmals in zwei Wochen und dann alle zwei Jahre wird es ein Hansekulturfestival geben.

Unter dem ältesten Birnbaum der Altstadt die Organisatoren des Festivals (v. l.): Patrick Lichtenstein (LTM, Wibke Borns (LTM), Mareike Herich (Hausbewohnerin) mit Emil (3), Uta Lange (Hausbewohnerin) und Doris Schütz (LTM) im Gang hinter der Großen Gröpelgrube.

Quelle: Olaf Malzahn

Lübeck. Nach dem Festival ist vor dem Festival: Kaum hat Lübeck das Brahms- und das Kammermusikfest hinter sich gelassen, taucht eine neue Festivität hinter den Türmen in der nördlichen Alstadt auf. Es wird dort vom 20. bis zum 22 Mai jede Menge Musik geben, dazu Kleinkunst, Atelierbesuche, literarische Auftritte und all das, was ein Stadt- und Straßenfest auch ausmacht: Essen, Trinken, das Erkunden von Straßen und Höfen. Und weil das Ereignis „Hansekulturfestival“ heißt und somit die Tradition Lübecks als Handels- und Schifffahrtort im Namen trägt, gibt es an der Untertrave ein Koggentreffen.

 

LN-Bild

Unter dem ältesten Birnbaum der Altstadt die Organisatoren des Festivals (v. l.): Patrick Lichtenstein (LTM, Wibke Borns (LTM), Mareike Herich (Hausbewohnerin) mit Emil (3), Uta Lange (Hausbewohnerin) und Doris Schütz (LTM) im Gang hinter der Großen Gröpelgrube.

Quelle: Olaf Malzahn

Als Erfinder darf man Christian Martin Lukas bezeichnen. Der Geschäftsführer der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM) ist erster Propagandist der Stadt, aber auch Lübecker durch und durch (auch wenn sein Geburtsort das oberbayrische Reit im Winkl ist). „Wir möchten mit dem Hansekulturfestival die Identifikation der Lübecker mit dem Hansegedanken fördern und den Begriff Hanse mit Aktion und Leben aufladen“, sagt er. Die Einbindung des Hansemuseums in das Projekt steht für diesen Gedanken. Dort, an der Untertrave, wird zum Beispiel die Künstlerin Tanja Rathjen aus Buxtehude eine Lichtinstallation vorstellen, die „einen klaren Bezug zur Hanse“ haben soll.

Lukas will allerdings kein Touristen-Event kreieren. „Wir möchten das Wir- Gefühl in Lübeck stärken und gemeinsam etwas Neues schaffen“, sagt er. Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger der Altstadt soll im Vordergrund stehen unter dem Grundgedanken: „Wir machen es uns schön!“ Also ein Fest von Lübeckern für Lübecker.

Vereine, einheimische Künstler, Anwohnerinitiativen, Kirchen und Theatergruppen bereiten sich vor auf den Besuch von Nachbarn, aber natürlich sind auch alle Gäste von Außerhalb willkommen. Ihnen soll die Attraktivität der Stadt vorgeführt werden, Höfe und Gänge, die sonst im Verborgenen bleiben, laden mit Klassik und Pop ein. Im Birnbaumhof an der Großen Gröpelgrube zum Beispiel werden kesse Lieder zur Ukulele und das Folk-Pop-Duo Tramper aus Hamburg geboten. Die Hofgemeinschaft serviert Birnenkuchen und Kunsthandwerk. Kaum ein Straßenzug, der nicht sein eigenes, lokales Altstadtfest begeht und den öffentlichen Raum schmückt.

Dazu werden einige Ereignisse eingemeindet. Weil am 22. Mai Internationaler Museumstag ist, an dem auch die Lübecker Museen mit freiem Eintritt und Führungen beteiligt sind, erhält dieses Ereignis den Stempel Hansekulturfestival. Die Lesung von Cornelia Funke, eine Veranstaltung des Günter- Grass-Hauses am Sonnabend, die im Hansemuseum stattfinden wird, schmückt das Festival als Beifang.

Das Festival soll sich dezentral entfalten, ohne einen Mittelpunkt, zu dem alles strömt. Doch die Organisation hat ein Zentrum im Welcome Center am Holstentor: Die LTM-Mitarbeiterinnen Wibke Borns und Doris Schütz koordinieren hier das große Fest.

„Wir wollten die positive Stimmung, die mit dem Hansetag im Mai 2014 in der Altstadt entstanden ist, nicht verpuffen lassen, sondern wieder aufgreifen“, sagt Wibke Borns. Am 21. Mai wird ohnehin in allen Hansestädten der „Der Tag der Hanse“ begangen, oft mit folkloristischer Grundierung. Den Mittelaltermarkt, der im vergangenen Jahr in Lübeck am „Tag der Hanse“ abgehalten wurde, fanden offenbar viele Politiker und Initiativen der Stadt, die sich als Königin der Hanse versteht, zu bescheiden.

Es gibt für den kulturellen Teil des Hansekulturfestivals Qualitätskriterien. „Das Altstadtfest war zuletzt vor allem ein Rummel“, sagt Wibke Borns über jene Feste im September, die bis 2008 stattfanden, doch nicht mehr zeitgemäß waren. „Aber wir wollen an die Tradition anknüpfen, der viele Lübecker nachgetrauert haben.“ Die Beschränkung auf die nördliche Altstadt soll der Beliebigkeit entgegenwirken. „Es gibt natürlich jede Menge Akteure von außerhalb, aber die Veranstaltung selbst soll lokal konzentriert bleiben“, ergänzt Doris Schütz. Insbesondere das Hansemuseum und die wiederbelebte Große Burgstraße sollen dabei glänzen.

Finanziert wird das Hansekulturfestival mit 300000 Euro von der Possehl-Stiftung. Allen Initiativen, die sich beteiligen, wird mit kleinen Beträgen geholfen. Der Wunsch von Christian Martin Lukas ist es, dass das neue Festival im Zwei-Jahre-Rhythmus stattfindet. „Das 875-jährige Stadtjubiläum im Jahr 2018 könnten wir dann einbeziehen“, sagt der LTM-Chef.

Höhepunkte aus drei Tagen Kunst und Unterhaltung

Lübeck ganz nah: Das Programm des Hansekulturfestivals (Fr., 20., bis So., 22. Mai) verspricht, dass es verborgene Schönheiten zu entdecken gibt. Festivalgebiet ist die gesamte nördliche Altstadt. Geboten werden Ausstellungen, Theater, Führungen, Konzerte, Lesungen und Musik. Insgesamt 300 Programmpunkte an 85 Orten.

Zum Start gibt es ein interreligiöses Gebet am Donnerstag, 19. Mai, um 19 Uhr im Aula des Katharineums, Königstraße 27-31.

Bei einem Foto-Marathon geht es am Sonnabend darum, sich quer durch Lübeck zu bewegen, und innerhalb von acht Stunden zehn Motive nach vorgegebenen Themen fotografisch umzusetzen. 10 bis 18 Uhr, Start ist am Markt.

Die „Reihe Literatur — Festival - Wissenschaft “ bietet an drei Tagen Lesungen an besonderen Orten. Den Anfang macht am Freitag Pippa Goldschmidtum 18.30 Uhr im Großen Gemach im Haus der Kaufmannschaft/Haus der Wissenschaft. Sie liest aus ihrem Roman „Weiter als der Himmel“.

Lübecker Künstler öffnen ihre Ateliers am Sonnabend und Sonntag von 12 bis 18 Uhr.

Internet: www.luebeck-tourismus.de/veranstaltungen/highlights/hansekulturfestival

Von Michael Berger und Liliane Jolitz

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