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Die Malerin, die die Welt in Bewegung bringt

Lübeck Die Malerin, die die Welt in Bewegung bringt

Ausstellung in der Galerie Siebert zum 90. Geburtstag der Schmidt-Rottluff-Schülerin Doris Rüstig-Ladewig.

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Figuren in Bewegung: Schwarzer Lack hält hier in Fluss.

Quelle: liz

Lübeck. Fabelwesen, entrückte Tänzerinnen, Indianer aus Mexiko: Die Malerin Doris Rüstig-Ladewig wird im August 90 Jahre alt – Anlass, ihr eine Ausstellung zu widmen. „Figura“ heißt die Schau in der Galerie Frank Siebert, die Werke aus den vergangenen 20 Jahren versammelt: großformatige Gemälde, Lackbilder, Zeichnungen. Der starke Ausdruck ist ihnen gemeinsam. Und ihre Dynamik: Diese Künstlerin bringt die Welt in Bewegung.

Die farbstarken großformatigen Gemälde lassen Figuren allenfalls erahnen. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass Doris Rüstig-Ladewig auch in der abstrakten Malerei zu Hause ist ebenso wie in der Landschaftsmalerei. Alles hat in der kleinen Galerie keinen Platz. Um einen Eindruck von der Vielseitigkeit dieser Künstlerin zu bekommen, reicht er aber allemal aus.

Die 89-Jährige, in Berlin geboren und aufgewachsen, studierte von 1948 bis 1953 Freie Malerei an der dortigen Hochschule der Künste. Sie gilt als die letzte lebende Schülerin des Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff. Selbstverständlich habe er sie beeinflusst, sagt sie. Dass er damals schon ein bekannter Maler gewesen sei, habe es für sie jedoch nicht nur leicht gemacht. Nach dem Studium habe sie sogar seine Ausstellungen sowie Bücher über ihn gemieden, um einen eigenen Stil zu finden. Denn: „Man muss sich davor hüten, die Epigone eines großen Meisters zu werden.“

Mit 57 Jahren, nach dem Tod ihres Mannes, besuchte Rüstig-Ladewig noch einmal die Hochschule. 17 Jahre lang war sie Gasthörerin. Außerdem male sie seitdem unentwegt, wie sie sagt.

Seit 2000 lebt Doris Rüstig-Ladewig in Norderbrarup im nördlichen Schleswig-Holstein. Was sie dorthin verschlagen hat? „Die schöne Landschaft“, sagt die Künstlerin. Jahrelang hatte sie zweimal im Jahr während ihres Urlaubs dort gearbeitet. In ihrer neuen Heimat hat sie die Doris Rüstig-Ladewig Stiftung ins Leben gerufen, die sich der Förderung der Bildenden Kunst verschrieben hat und eine gemeinnützige Kunstschule und Galerie in Schleswig betreibt.

Der „mexikanische Indianer“ in der Lübecker Schau stammt übrigens aus einer Serie über altmexikanische Kunst. Eine Ausstellung in Venedig nährte ihr Interesse an diesem Thema. Zurzeit beschäftigt sich Doris Rüstig-Ladewig mit Capoeira, einer brasilianischen Kampfsportart. Sie ist fasziniert von den „fantastischen Bewegungen“ und sagt: „Da will ich etwas draus machen.“

„Figura“, bis 27. August. Galerie Frank Siebert, Große Burgstraße 39.

liz

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