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Die Nordischen Filmtage wachsen und wachsen

Lübeck Die Nordischen Filmtage wachsen und wachsen

Die Nordischen Filmtage Lübeck wachsen weiter. Mit 33000 Besuchern gab es bei der 59. Auflage einen neuen Besucherrekord. 2018 wird das Festival noch einmal zulegen. Weil dann die 60. Nordischen Filmtage gefeiert werden, gibt es sechs statt bisher fünf Festivaltage.

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Lübeck. Mit 195 Filmen und 266 Vorstellungen haben die 59. Nordischen Filmtage einen neuen Rekord aufgestellt. Im Vorjahr waren 185 Filme in 261 Vorführungen gezeigt worden. Das größere Angebot schlägt sich in den Besucherzahlen nieder. Aber auch neuere Programmpunkte wie die Fernsehserien oder das 360-Grad-Kino Fulldome wurden stärker angenommen als bei ihrer Premiere im Vorjahr. Die Festival-Manager freut, dass das 360-Grad-Kino auf dem Klingenberg auch Gäste angezogen hat, die wegen der Lage mitten in der Stadt eher zufällig darauf stießen.

Zum Erfolg hat auch das Filmprogramm beigetragen. „Es war ein guter Jahrgang“, sagt Linde Fröhlich, Künstlerische Leiterin. Es war zudem einer, in dem viele junge Filmemacher zum Zuge kamen. Sieben der 18 Filme im Spielfilm-Wettbewerb waren Debütfilme, einige weitere zweite Arbeiten. Auch der Gewinner des mit 12500 Euro dotierten NDR-Filmpreises „Der Charmeur“ (DK) gehört dazu. Milad Alami erzählt in seinem Spielfilmdebüt von einem jungen Iraner, der in Dänemark lebt und eine Frau sucht, um im Land bleiben zu können.

Eine junge Filmemacherin gewann auch den mit 5000 Euro dotierten LN-Publikumspreis. Die Norwegerin Iram Haq, aus einer pakistanischen Familie stammend, knüpft in „Was werden die Leute sagen“ an ihre eigene Geschichte an. Sie erzählt von Nisha, einem 16 Jahre alten Teenager, der von den Eltern in das Korsett der eigenen rückständigen Vorstellungen vom Leben einer jungen Frau gezwungen wird.

Die zutiefst bewegende Geschichte landete in der Publikumsgunst mit 90,87 von 100 möglichen Punkten eindeutig auf Platz eins, gefolgt von „Das Entschwinden“ (82,65) und „Thelma“ (82,35). „Der Charmeur“ kam in der Abstimmung des Publikums auf Rang vier (79,72).

Die für das Festival Verantwortlichen setzen darauf, dass es weiter zulegt. „Wir haben jedes Jahr eine leichte Steigerung und wollen das Festival normal wachsen lassen“, sagt Festival-Manager Florian Vollmers. Über mehrere Jahre betrachtet ergibt sich eine stattliche Steigerung. 2008, als die 50. Filmtage Lübeck zelebriert wurden, wurden an fünf Tagen 140 Filme gezeigt und insgesamt 24000 Gäste gezählt.

Nächstes Jahr steht dann mit den 60. Filmtagen wieder ein Jubiläum an. Ein Grund zu feiern aber kommt selten allein. Ein ganz Großer des schwedischen Filmes, Ingmar Bergman, hätte im kommenden Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert. Die drei baltischen Länder werden ebenfalls 100. Und dann gibt es noch Lübecks großes Stadtjubiläum. Die Gründung vor 875 Jahren wird auch mit Filmvorführungen gewürdigt. Filme, die mit Lübeck zu tun haben oder die hier gedreht wurden, sind dann zu sehen. Und das schon ab Januar.

Der zusätzliche Tag der 60. Nordischen Filmtage Lübeck (30. Oktober bis 4. November) soll genutzt werden, um das Festivalprogramm etwas luftiger zu gestalten. Filme sollen häufiger gezeigt werden können, beispielsweise Dokumentationen, die bisher nur einmal zu sehen waren, oder auch Kinder- und Jugendfilme. An Publikumszuspruch gibt es ja keinen Mangel. Trotzdem ist die Ausweitung auf sechs Tage als einmalige Angelegenheit gedacht.

Reise nach Tallinn

Juliane Bühner aus Lübeck hat bei der Abstimmung über den LN-Publikumspreis mitgemacht – und gewonnen. Sie darf sich auf eine Reise zur Tallinn Music Week vom 2. bis 8. April 2018 freuen.

Tallink Silja lädt sie und ihre Begleitung zu einer siebentägigen Minikreuzfahrt zwischen Stockholm und Tallinn ein.

Zum Preis gehören zwei Festivalpässe für die Music Week sowie zwei Flüge.

Liliane Jolitz

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