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Die Philharmoniker bieten geballte Romantik

Lübeck Die Philharmoniker bieten geballte Romantik

Juliane Banse singt den sechsteiligen Liederzyklus „Les nuits d‘eté“ von Hector Berlioz.

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Juliane Banse (46) lebt mit ihrer Familie am Ammersee in Bayern. Sie hat drei Kinder.

Quelle: Lutz Roeßler

Lübeck. Das fünfte Sinfoniekonzert der Lübecker Philharmoniker bringt am Sonntag und Montag ein Programm mit Werken der Romantik und des Impressionismus. Dirigent ist Marc Piollet, es singt die Sopranistin Juliane Banse.

Maurice Ravels berühmte Komposition „Le tombeau de Couperin“ steht am Beginn des Programms. Ursprünglich schrieb Ravel das Werk für Klavier, jeder der sechs Sätze war einem seiner im Ersten Weltkrieg gefallenen Freunde gewidmet. Die von Ravel selbst gefertigte Orchesterfassung umfasst vier Sätze.

Sergej Rachmaninows 2. Sinfonie in e-Moll gilt als der Höhepunkt des sinfonischen Schaffens des russischen Komponisten. Rachmaninow schrieb die Sinfonie 1906/1907 während eines längeren Dresdenaufenthaltes, die Uraufführung fand im Januar 1908 in Sankt Petersburg statt und wurde ein Erfolg. Rachmaninow erweist sich in diesem Werk als Meister der Klangfarben, die Sinfonie ist russisch geprägte Spätromantik der feinsten Art.

Juliane Banse, international renommierte Sopranistin, ist die Solistin in Hector Berlioz‘ Liederzyklus „Les nuits d‘eté“ nach sechs Gedichten von Théophile Gaultier. Ebenfalls romantische Musik — aber völlig anders gestaltet als Rachmaninows Sinfonie. Berlioz, der vielen Hörern vor allem durch seine kräftig donnernde „Symphonie fantastique“ bekannt ist, erweist sich in diesen sechs Liedern als Meister der fein ziselierten Instrumentierung. „Das ist im Werk von Berlioz eine Ausnahme. Und es ist einer der Gründe, weshalb ich diese Lieder so gerne singe“, sagt Juliane Banse. „Die sechs Lieder haben alle einen unterschiedlichen Charakter, sie sind auch in der Stimmlage verschieden. Das macht sie einmalig, diese Lieder zu singen ist für mich ein Erlebnis.“

Juliane Banse, die im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals schon einige Male in Lübeck aufgetreten ist, gehört zu den wenigen Sängerinnen, die neben dem Liedgesang auch Oper-Operette und Oratorien singen. Warum ist das so? Juliane Banse: „Meine Lehrerin Brigitte Fassbaender hat mich von Anfang an dazu gebracht, zweigleisig zu fahren. Neben dem Musiktheater stand deshalb für mich immer der Liedgesang, ich liebe beides sehr.“ Juliane Banse ist Mutter von drei Kindern, Opernproduktionen sind für sie deshalb wegen der langen Probenzeiten schwierig. „Eine, maximal zwei Produktionen schaffe ich im Jahr. Mehr ist wegen meiner Familie kaum möglich. Und deshalb genieße ich auch Engagements wie dieses in Lübeck sehr — die wunderbaren Berlioz-Lieder sind dabei das I-Tüpfelchen.“ fel

Die Konzerte beginnen am Sonntag um 11 und am Montag um 19.30 Uhr im Foyer der MuK.

LN

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