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Die Urväter des Heavy Metal treten ab

Berlin Die Urväter des Heavy Metal treten ab

Mit einer einzigen bedrohlichen Tonfolge läuteten Black Sabbath vor fast 50 Jahren den Heavy Metal ein – Nach Erfolg, Exzessen und bitterem Streit geht die Band nun auf Abschiedstournee; fast in Originalbesetzung.

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Auf Abschiedstournee: Ozzy Osbourne beim Auftritt von Black Sabbath am 1. Juni in Budapest.

Berlin. . Black Sabbath: Vier unbedarfte Jungs aus England werden mit düsterer Musik zu einer der größten Bands des Planeten. Sie begründen das Genre des Heavy Metal und stoßen die Karriere dessen schillerndster Gestalt an – von Ozzy Osbourne. Nach fast 50 Jahren Bandgeschichte und zwei Dutzend Mitgliedern sind Black Sabbath nun fast in Originalbesetzung auf Abschiedstournee.

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Mit einer einzigen bedrohlichen Tonfolge läuteten Black Sabbath vor fast 50 Jahren den Heavy Metal ein – Nach Erfolg, Exzessen und bitterem Streit geht die Band nun auf Abschiedstournee; fast in Originalbesetzung.

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Abseits von vielzitierten Anekdoten um Vollrausch, Exzess und Okkultismus gibt es wenige Bands, die mehr Einfluss auf ein Genre hatten. Doch dass sie die Legenden werden, die sie heute sind, schien während einer jahrzehntelangen Schmierenkomödie wie eine Fantasie aus dem Drogenrausch. Black Sabbath spielen drei letzte Auftritte in Deutschland: Am Wochenende bei den Festivals Rock im Park und Rock am Ring, nächste Woche auf der Berliner Waldbühne.

Geboren kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, wabern Ozzy Osbourne, Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward durch die Band-Szene der desolaten Industriestadt Birmingham, bis sie 1968 zueinander finden. Sie treten unter verschiedenen Namen auf, bis sie einen gespenstischen Song schreiben, den sie nach dem Boris-Karloff-Film „Black Sabbath“ nennen – und bald darauf die Band gleich mit.

An einem Freitag, dem 13., erscheint das erste Album, aufgenommen an einem Tag. Regen und Donner, Totengeläut, die verzerrte Gitarre, das leidende Jaulen, langsam, düster: 1970 wurde der Grundstein für Heavy Metal gelegt. „Wir betrachteten uns einfach als Blues-Band, die sich entschlossen hatte, ein bisschen gruselige Musik zu schreiben“, schreibt Ozzy in seiner Autobiografie.

Entscheidenden Einfluss hatte ein Arbeitsunfall von Iommi: Der Gitarrist verliert zwei Fingerkuppen. Ein tiefer gestimmtes Instrument hilft ihm, mit Prothesen weiterzumachen – und bestimmt den brachialen Sound der Band. „Der Grund, warum sie so schnell so riesig wurden, war, dass sie einfach wie niemand sonst klangen“, so Mick Wall in seiner Band-Biografie.

„Sie klangen, als wäre es ihnen wirklich scheißegal, und sie luden dich ein, darin zu schwelgen.“

Noch im selben Jahr wie das Debütalbum erscheint der Nachfolger „Paranoid“, das mit dem gleichnamigen Song den einzigen echten Single-Hit der Band enthält. Vier weitere Alben folgen bis 1975, allesamt erfolgreich – fast alle Stücke, die sie auf ihrer Abschiedstournee spielen, stammen aus dieser kreativen Zeit. Doch das Image der Band ruft hysterische Anschuldigungen wegen Teufelsanbetung hervor. „Uns gefiel einfach das Theatralische am Satanismus“, schreibt Ozzy. Umgedrehte Kreuze, Hexen und Grabsteine – alles Stilmittel.

Die Rollen sind klar verteilt: Osbourne ist Gesicht der Band, Frontmann und Derwisch. Gitarrist Iommi ist als Haupt-Songschreiber der kreative Fixpunkt, Bassist Geezer Butler schreibt die Texte, Ward drückt den Rhythmus mit pointierten Drums. Unermüdlich tourt die Band in den Siebzigern über immer größere Bühnen, doch Drogenexzesse und Stress zermürben. Ozzy: „Es war verblüffend, wie rasch das Kokain die Herrschaft über unser Leben errang.“ Nach zwei müden Alben und chaotischen Tourneen fliegt er 1979 aus der Band. Sie dümpeln durch die 80er und 90er, während Ozzy auch dank seiner Managerin und Ehefrau Sharon solo enorme Erfolge feiert. Punk, Glam Metal, Grunge: Andere Stilrichtungen überholen die Band, die einst Vorreiter war. Nun versucht sie verzweifelt, relevant zu bleiben – und scheitert.

Erst 2011 kündigen die Original-Black Sabbath mit „13“ ein neues Studioalbum an. Am Ende klappt es fast – nur Drummer Ward bleibt den Aufnahmen und der folgenden Tour fern. „13“ zitiert den Sound der Ursprungstage und kommt als erstes Album an die Spitze der deutschen Charts. Vergangenes Jahr dann kündigen Black Sabbath mit „The End“ ihre Abschiedstournee an. Ein Abschied für immer. Ozyy stellt klar: „Das ist nicht eine dieser letzten Touren, wo wir ein paar Jahre warten, und dann noch eine machen.“

Karriere-Stationen

1968 Gründung in Birmingham, England (zunächst als Polka Tulk Blues Band, später Earth)

1969 Erster Auftritt in Deutschland (Star-Club in Hamburg)

1970 Erscheinen der ersten beiden Alben „Black Sabbath“ und „Paranoid“

1971 Erste Tour durch die USA. Bis 1975 folgen drei weitere Alben und Tourneen.

1979 Sänger Ozzy Osbourne und Black Sabbath trennen sich.

1998 Live-Album „Reunion“ in Originalbesetzung, in den Jahren darauf Festival-Auftritte.

2013 Letztes Studio-Album mit dem Titel „13“.

Kim Alexander Zickenheiner

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