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Die Wahrheit hinter all den Dingen

Lübeck Die Wahrheit hinter all den Dingen

Was ist Wahrheit? Kann die Wirklichkeit die Wahrheit verdecken? Das sind die Fragen, um die sich der neue Roman von Carmen Stephan dreht: „It’s all true“.

Lübeck. Was ist Wahrheit? Kann die Wirklichkeit die Wahrheit verdecken? Das sind die Fragen, um die sich der neue Roman von Carmen Stephan dreht: „It’s all true“.

 

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Die Autorin 2013 bei der Preisverleihung in Lübeck.

Quelle: Foto: Malzahn

Carmen Stephan gewann für ihren ersten Roman „Mal Aria“ 2013 den Debütpreis des Buddenbrookhauses. In ihm erzählte sie die tödlich endende Malariainfektion einer jungen Frau aus Sicht der Fliege, die den Erreger übertragen hatte.

1941 machen sich vier Floßfischer aus dem Nordosten Brasiliens auf den 2000 Kilometer langen Weg nach Rio, um sich beim Präsidenten über ihre elenden Lebensumstände zu beschweren. Der empfängt die Männer, die Gesetze werden zu ihren Gunsten geändert. Der genialische Regisseur Orson Welles, der für sein Studio gerade Kurzfilme über Südamerika dreht, will die vier Fischer vor die Kamera holen und ihre Geschichte verfilmen. Bei der Rekonstruktion der Ankunft in Rio wird der Führer der Männer vom Floß gespült und verschwindet spurlos. Welles’ Film scheitert, das Fragment wird erst 1985 wiederentdeckt.

Carmen Stephan macht aus dieser Geschichte einen kleinen, aber ungeheuer dichten Roman. Die Wahrheit sieht sie als Netz, das unter den Dingen liegt. Sprachlich ist die Autorin in eine neue Dimension vorgestoßen, sie schreibt verknappt, prägnant und auch lakonisch. Ganz wunderbar. Fel „It’s all true“ von Carmen Stephan, S. Fischer, 116 Seiten, 16 Euro

LN

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