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„Die größte Offenbarung ist die Stille“, sagt Ulrike Traub

WAS MICH BEGEISTERT „Die größte Offenbarung ist die Stille“, sagt Ulrike Traub

Angesichts der Tatsache, dass meine Lebenszeit mit jedem Jahr über Siebzig immer begrenzter wird, erscheint mir alles Lebendige und Schöne unendlich kostbar.

A ngesichts der Tatsache, dass meine Lebenszeit mit jedem Jahr über Siebzig immer begrenzter wird, erscheint mir alles Lebendige und Schöne unendlich kostbar. Mich begeistert dieser Lebensabschnitt. Ein Wendepunkt trat nun mit Siebzig ein: Äußerlich nimmt die Kraft ab, innerlich übe und vermehre ich die Präsenz im Augenblick und in der Stille. Ich bin dankbar:

 

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Ulrike Traub ist 1. Vorsitzende der Gemeinschaft Lübecker Künstler. Sie kam 1946 in Korbach (Hessen) zur Welt, studierte in Marburg Germanistik und Anglistik und ab 1968 Kunst und Werken in Braunschweig. Ulrike Traub war bis zu ihrer Pensionierung Kunsterzieherin an der Lübecker Thomas-Mann-Schule und ist Mutter von fünf Kindern.

Der Blick weitet sich im Bewusstsein der Begrenztheit. Ich möchte immer besser verstehen und immer mehr Mensch werden.

Es begeistert mich, dass ich ruhiger zuhöre, ohne das Eigene zu vernachlässigen. Unendlich wertvolle Gedanken wehen mir zu. Vom Es über das Ich entwickle ich mich jetzt zum Wir. Ich erlebe Entwicklung, und das macht Freude.

„Lübeck als geistige Lebensform“ (Thomas Mann) bietet fußläufig ein facettenreiches Kulturangebot. Speziell als Vorsitzende der Gemeinschaft Lübecker Künstler lerne ich unterschiedlichste Individualitäten kennen und möchte dazu beitragen, das Bewusstsein für die zeitgenössische Kunst zu beleben. Auch interessiert es mich, die Tendenzen der Gegenwart im „Verein Neue Musik im Ostseeraum“ zu unterstützen. Die Hamburg-Nähe weitet den Horizont (von der Begegnung mit dem Dalai Lama bis zum Kennenlernen aller Großstadtphänomene in der Praxis meines Mannes) ebenso wie das Erleben der nahen Ostsee.

Unsere fünf Kinder konnten den Waldorf-Kindergarten besuchen und im Johanneum eine Schule finden, in der sie neben den kognitiven Fächern musisch gefördert wurden. Begeisternd auch: Die Ehe als Entwicklungsgemeinschaft zu leben. Und: An die Liebe zu glauben! „Mit deinen Gedanken erbaust du die Zukunft.“ Nicht ohnmächtig, sondern als Einzelner in einem Gesamtgefüge bilde ich mit am Ganzen!

Die Vorstellung, dass ich jede Angst aus meiner Seele reiße und dass ich jeden Augenblick habe (immer wieder NEU!), um gut zu sein. Zukünftiges entlasse ich vertrauensvoll (R. Steiner).

Begeistert bin ich, wenn ich von dem kleinen Land Bhutan höre, das ein anerkanntes politisches Konzept für ein gelingendes Miteinander lebt. Nicht in erster Linie sind die Menschen von Wirtschaftsinteressen diktiert. Zeit füreinander, Glück und Wohlergehen werden evaluiert. Mich begeistert, dass ich mich begeistern kann!

LN

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