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Documenta-Feeling in Hamburg

Documenta-Feeling in Hamburg

Deichtorhallen werden zum Museum der Moderne.

Hamburg. Jörg Immendorffs „Café Deutschland“, Georg Baselitz’ Remix-Bilder oder Joseph Beuys’ Protestschilder: Die Sammlung Viehof, eine der bedeutendsten deutschen Privatsammlungen, verwandelt die Hamburger Deichtorhallen bis und die Sammlung Falckenberg in Harburg bis zum 22. Januar in ein Museum der Gegenwartskunst. „Die zwei Standorte der Schau bieten die Chance, dem Publikum einen Abriss der Kunstgeschichte der letzten sechs Jahrzehnte vorzustellen“, sagte Intendant Dirk Luckow.

 

LN-Bild

Eine Besucherin vor den Werken „Conversation Piece V, 1/1“ des spanischen Künstlers Juan Muñoz (1953-2001).

Quelle: dpa

Im Zentrum der Ausstellung stehen hochkarätige Konvolute einzelner Künstler, darunter auch Sigmar Polke, Daniel Richter und Rosemarie Trockel.

Insgesamt sind 560 Werke von 75 Künstlern aus der Sammlung Viehof (Mönchengladbach) zu sehen, in die wichtige Teile der Sammlung Speck und Sammlung Rheingold eingeflossen sind. Ihr Schwerpunkt liegt auf der deutschen Kunst von der Nachkriegszeit bis heute. „Die überbordende Schau ist das umfangreichste Ausstellungsprojekt in der 26-jährigen Geschichte der Deichtorhallen“, sagte Luckow. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz schwärmte: „Das ist Documenta-Feeling in Hamburg.“

Die Schau zeige erstmals die Tiefe dieser Sammlung in einem Überblick: Vom Minimalismus, für die Namen wie Carl Andre oder Dan Flavin stehen, über die 1980er Jahre in Köln, die von Walter Dahn, Martin Kippenberger oder Albert Oehlen geprägt worden sind, die Düsseldorfer Fotoschule mit Candida Höfer, Thomas Struth und Jörg Sasse bis hin zum Feld figurativer Kunst des 21. Jahrhunderts, das mit Werken von Peter Doig, Neo Rauch und Daniel Richter vertreten ist.

„Das Interessante ist die Gegenüberstellung der unterschiedlichen Sammlungen Speck und Rheingold“, sagte Luckow. Da sei auf der einen Seite das „Rätselhafte, Konzeptuelle“ der Sammlung Speck mit Werken von Beuys und Trockel und auf der anderen Seite das „Überbordende“ der Sammlung Rheingold mit Werken von Richter und Immendorff.

Die großen Gemälde von Baselitz bis Neo Rauch sind in der lichtdurchfluteten Deichtorhalle zu sehen, die eher konzeptuellen Arbeiten wie Werke von Thomas Zipp oder Gregor Schneider sind in den Sammlung Falckenberg in der ehemaligen Fabrikhalle der Phoenix-Werke ausgestellt.

Ausstellung „Sammlung Viehof“ bis 22. Januar. Ein Katalog ist im Snoeck- Verlag erschienen, herausgegeben von Dirk Luckow, 360 Seiten, 39 Euro.

LN

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