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Donald Trump - Wer ist dieser Mann?

Washington Donald Trump - Wer ist dieser Mann?

Ist er eine Kunstfigur? Der Immobilien-Unternehmer Donald Trump will Präsident der USA werden und baut auf eine Strategie aus Vereinfachungen und dummen Sprüchen. Eine Betrachtung von LN-Redakteur Jürgen Feldhoff.

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Immobilienkönig, Milliardär, Fernsehmann, Sprücheklopfer und republikanischer Präsidentschaftskandidat — Donald Trump versteckt sich nicht.

Quelle: Imago, Karikatur: Pfohlmann

Washington. Irgendwie benahm sich der Mann seltsam. Er lebte als Einsiedler in der schottischen Wildnis — allerdings gemeinsam mit seinen neun Töchtern. Eigentlich war er deshalb ein „Zehnsiedler“. Nach seinem Tode gingen die neun Töchter allesamt ins Kloster, so fromm hatte der Vater sie erzogen. Donewald hieß der Mann, er starb im Jahre 716, im Laufe der Jahrhunderte wurde aus seinem keltischen Namen das heutige Donald. Und das heißt wörtlich übersetzt: „Der Weltbeherrscher“.

 Trumps Mutter stammte aus Schottland, die Legenden um den Heiligen mit den neun Töchtern waren ihr sicherlich nicht fremd. Die Bedeutung des Namens, den sie ihrem Sohn gab, auch nicht. Und der ist jetzt dabei, sich als die Kunstfigur des Weltbeherrschers nahezu täglich neu zu erfinden.

Donald Trumps Vater wurde reich mit Mietskasernen, die er in den New Yorker Stadtteilen Brooklyn, Staten Island und Queens baute. Den Sohn zog es gleich nach Manhattan, dort hat er von Beginn an seine Duftmarken in Form von Hochhäusern gesetzt. Er führte eine öffentliche Ehe samt abschließendem Rosenkrieg, wurde zum raubauzigen TV-Star, versuchte sich wenig glücklich im Casinogeschäft und betrieb nebenbei allerlei Hotels und Golfplätze. Ein Mann, der die Öffentlichkeit nicht scheute, sondern suchte, für die „Yellow Press“ ein gefundenes Fressen.

Wahrscheinlich hat ihn irgendjemand erfunden. Vielleicht als Kunstprojekt zur Entlarvung des Kapitalismus. Oder als Strohmann für eine ultrageheime Organisation, die die US-Verfassung endgültig außer Kraft setzen will. Donald Trump gelingt es auf jeden Fall, mit den abstrusesten Theorien und Forderungen bei einem beachtlichen Teil der amerikanischen Wählerschaft zu punkten. Obwohl — oder wahrscheinlich weil — sich in der internationalen Politik schon lange niemand mehr so daneben benommen hat. So grotesk wie Donald Trump kämmt sich in dieser Szene auch niemand die Haare, außer vielleicht Nordkoreas Diktator Kim Jong Un. Diese sehr spezielle Haarpracht hat er auch am Dienstag wieder vorgeführt, als er in der Debattier-Runde der republikanischen Präsidentschaftsbewerber erneut eine Mischung aus Berserker und Rabauke gab.

Ob das alles nun gewollt ist oder nicht: Trumps Einlassungen zu den komplexen Fragen der Zeit sind von einer so gnadenlosen Simplizität, dass man sie eigentlich schon aufgrund ihrer Dummheit ignorieren könnte. Da aber so viele Menschen von Trumps Hetze gegen Moslems und Mexikaner begeistert sind, ist es leider nicht möglich, diesem künstlichen Mann (oder vielleicht doch Mann der Künste?) Aufmerksamkeit zu verweigern. Richard Nixon salbaderte während des Vietnam-Krieges von der „moralischen“ und der „schweigenden Mehrheit“, als die Kriegsgegner auf die Straße gingen. Ein Moral-Monopolist wie Nixon ist auch Donald Trump, mit seinen Erleuchtungen gewinnt er die „geistige“ Lufthoheit über vielen Stammtischen. Einfache Antworten auf schwierige Fragen: Dieses Prinzip wirkt (fast) immer. Und deshalb ist Donald Trump wahrscheinlich wirklich eine Kunstfigur, die nachweisen soll, auf welches Niveau man sich hinabbegeben kann, um dennoch politischen Erfolg zu haben.

Der Mann ist eine Art Happening, das nur eine Gruppe erfunden haben kann: die Donaldisten.

Zur Hölle, ich will Leute, die uns und unsere Nation töten wollen, nicht unser Internet nutzen lassen.“Trump zu seinem Vorschlag,
Teile des Internets zu sperren.
Ich werde eine große Mauer bauen — und niemand baut Mauern besser als ich, glauben Sie mir.“Trump über seinen Plan, die Grenze zu Mexiko zu befestigen.
Wir gewinnen nicht mehr. Wann haben wir das letzte Mal China geschlagen? Ich schlage China dauernd!“Trump über seine Geschäfte. Einem Chinesen hat er für
15 Millionen Dollar eine Wohnung verkauft.
Rosie ist primitiv, unhöflich, widerlich und dumm. Abgesehen davon mag ich sie sehr.“Trump über die TV-Journalistin Rosie O‘Donnell, die ihm
kritische Fragen stellte.

Jürgen Feldhoff

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