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Donald Trumps Maxime: „Sei ein Killer“

Lübeck Donald Trumps Maxime: „Sei ein Killer“

Wer Donald Trump im Wahlkampf beobachtet, könnte der sich nicht sofort vorstellen, wie Donald als Schuljunge mit Radiergummis wirft? Und mit Tortenstücken? Hat er wirklich.

Lübeck. Wer Donald Trump im Wahlkampf beobachtet, könnte der sich nicht sofort vorstellen, wie Donald als Schuljunge mit Radiergummis wirft? Und mit Tortenstücken? Hat er wirklich. „Donald Trump ist eine extrem emotionale Person mit erratischem Verhalten – selbst wenn er sich jedem anderen Menschen auf der Erde überlegen fühlt. Diese Eigenschaften lassen mich die Aussicht auf eine Präsidentschaft Trumps fürchten.“ Das sagt der US-amerikanische Autor Michael D’Antonio, dessen Trump-Biografie gestern auf deutsch erschienen ist.

 

LN-Bild

Donald Trump (70)

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Für Politikinteressierte ist dieses Buch ein Geschenk, für den Präsidentschaftskandidaten, der soeben 70 wurde, eher nicht. In bester angelsächsischer Schreibtradition webt D’

Antonio eingängig und in größer Sorgfalt das dichte Bild eines eigentlich Unpolitischen und Egomanen. „Seine Persönlichkeit ist so extrem, dass ihm zuzusehen so ist, als würde man einen Film anschauen“, sagt D’Antonio. Trump glaube fest daran, wegen seiner genetischen Ausstattung vieles besser als andere zu können.

Donald Trump, Sohn des New Yorker Baulöwen Fred Trump, war kein einfaches Kind: riesiger Hunger nach Aufmerksamkeit, unbeherrscht, empfindlich. Was D’Antonio von Schulen, Unis und Wegbegleitern Trumps zusammengetragen hat, ist erhellend. Zum Beispiel zwei Zitate von Vater Fred an die Adresse des Sohnes: „Du bist ein König.“ Und: „Sei ein Killer.“

Donald wird später sagen: „Die Show heißt Trump, und sie ist überall ausverkauft.“ „Vanity Fair“ schrieb: „Donald glaubt an die Theorie der großen Lüge. Wenn man etwas immer wieder und wieder sagt, glauben einem die Leute irgendwann.“ Er lebt in einer harten, virilen, autoritären Welt, in der Frauen eher dekorativen Charakter haben. Wichtig sind für ihn Image, Marketing, Prominenz, die mediale Erweiterung des Selbst über soziale Medien. „Er ist unverkennbar einer von uns“, schreibt D’Antonio, so erschreckend das auch sei.

„Die Wahrheit über Donald Trump“ von Michael D’Antonio,  Econ, 544 Seiten, 24 Euro

Martin Bialecki

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