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Kultur im Norden Donald, der krebskranke Superheld
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18:17 08.12.2015

Donald (14) hat Leukämie. Er sorgt sich darum, dass er sterben könnte, ohne je nackte Brüste gesehen und je Sex gehabt zu haben. Donald ist die Hauptfigur des Romans „Superhero“. Aus dem hochgelobten Buch des Neuseeländers Anthony McCarten hat der Spielclub 1 am Theater Lübeck unter der Leitung von Knut Winkmann ein Stück gemacht, das am Sonnabend im Jungen Studio Premiere hat.

Eigentlich wollten die zehn Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein Manga-Splatter-Horror- Musical auf die Bühne bringen. „Es sollte so verrückt und bunt wie möglich sein“, sagt Vincent Bausch (18).

Als Knut Winkmann, Leiter der Theaterpädagogik am Theater Lübeck, aber das Buch mitbrachte, einigte man sich schnell über den Stoff. Vincent Bausch hat die Rolle des Donald übernommen. Die anderen sind seine Freundin, die Eltern, die Schwester, Arzt, Krankenschwester, Therapeut, Erzähler. Häufig wechseln die jungen Schauspieler von einer Rolle in die andere. Denn das Stück spielt sich auf zwei verschiedenen Ebenen ab: der realen und einer fiktiven. Donald, der ein lebenslustiger Junge ist, zeichnet Comics und schafft sich dadurch eine Parallelwelt, in der er der Superheld ist, der Miracle Man. Blitzschnell kann er zu diesem Wundermann werden. Schauplätze sind Donalds Elternhaus, das Krankenhaus, seine Schule, ein Kino. Es wird viel mit Licht gearbeitet und mit Musik verschiedenster Art, darunter Musik aus Comicfilmen. Auch der Titel, den die jungen Leute ihrem Stück gegeben haben, hat etwas mit Comic, mit der Manga-Serie Dragon Ball, zu tun: „Over 9000“.

Das sind Dinge, die sie kennen. Mit dem Thema aber — ein Junge, jünger noch als sie selbst, der unheilbar an Krebs erkrankt ist — waren die Mitglieder des Spielclubs nicht vertraut. „Ich hatte mich noch nicht viel mit dem Thema Krebs beschäftigt“, sagt Hauptdarsteller Vincent. Dann aber habe er einiges darüber gelesen, Dokumentationen angeguckt, im Internet recherchiert. Auch um herauszufinden, wie man krebskranken Kindern helfen kann.

Den anderen hat die Auseinandersetzung mit Donalds Geschichte das Thema ebenfalls näher gebracht. Dabei sei das Stück nicht nur traurig, versichern sie. „Es geht um die Frage, was man aus seinem Leben macht“, sagt Anna-Maria Kniesel (16). „Einem sollte klar werden, dass man nur ein Leben hat und dieses Leben gut leben muss.“ Viola Tharandt (17) sagt über das Stück: „Es fängt lustig an und verfinstert sich.“ Mehr soll nicht verraten werden.

Premiere am Sonnabend, 12. Dezember, um 19 Uhr im Theater Lübeck

liz

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