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Kultur im Norden Dostojewski im Lastenaufzug
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20:27 29.09.2017
Bühne frei: Kultursenatorin Kathrin Weiher (2. v. l.) mit Aktiven der Theaternacht. Quelle: Foto: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

Neu dabei ist die Kulturdornse, ein kleiner, feiner Salon an der Untertrave. Man werde sich bis Mitternacht mit drei verschiedenen Blöcken vorstellen, sagte Stephan Joachim und versprach Märchenhaftes, Tiefsinniges, Verspieltes und Erotisches sowie Jazz von Peter Ortmann am Klavier.

Ticket für elf Euro

Erwachsene zahlen 11 Euro (ermäßigt 8), Kinder bis 14 Jahre zahlen nichts. Tickets gibt es bei den beteiligten Theatern und bekannten Vorverkaufsstellen. 2016 zählte man mehr als 3000 Besucher.

Info: www.theaternacht-luebeck.de

Das Theater Lübeck ist mit allen Sparten auf allen Bühnen vertreten, selbst im Lastenaufzug, wo Dostojewski mehrere Aufzüge erleben wird. Es gibt Einblicke in aktuelle Stücke wie Ibsens „Volksfeind“

und „Mutter Courage – Labor“ nach Bertolt Brecht, es warten Kostproben aus dem „Barbier von Sevilla“, der „Zauberflöte“ und der „Rocky Horror Show“, es wird aus dem „Räuber Hotzenplotz“ gelesen, dem diesjährigen Weihnachtsspiel. Außerdem lernt man Bereiche kennen, die Besuchern sonst verschlossen bleiben, sagte die Leitende Musiktheater- und Konzertdramaturgin Fedora Wesseler. Es gibt die Taschenoper für junge Leute, und Kostüme werden ebenfalls wieder versteigert.

Im Haus an der Beckergrube wird auch die Niederdeutsche Bühne zu sehen sein, und zwar mit Kostproben aus „Un baven wahnen Engel“, dem jüngsten Stück, das in dieser Woche in den Kammerspielen Premiere hatte.

Das Zaubertheater Lübeck lädt in seine neue Spielstätte. Bisher verblüffte Roland Henning mit Magie und Finessen in der Mengstraße. Künftig wird man ihn in der Beckergrube 87 sehen können, dem ehemaligen „Dr. Rock“.

Das Theaterschiff Lübeck bietet in den Kostproben aus seiner Friseurkomödie alle Klischees auf, die diese Branche bereit hält. Der TanzOrtNord hat Gastkünstler für die Nacht hinzugebeten und ist mit „TanzThesenTemperamente“ in der Reformierten Kirche zu erleben. Auf dem Schrangen machen das Theater Liebreiz und das Mobile Circustheater Station – mit Zirkuswagen, Chansons und Artistik.

Manfred Upnmoor versprach für das Theater23 und das Theater Stiller Wahnsinn (beide in der Kulturrösterei) zwei Minidramen, exklusiv für die Theaternacht. Michael P. Schulz von der Lübecker Sommeroperette kündigte für das Theater Geisler Lieder der 20er und 30er Jahre an, vor allem von Franz Lehár. Das Volkstheater selbst zeigt Ausschnitte aus der laufenden Produktion „Der Meisterboxer“. Auch PTS Entertainment und das Musiktheater Piccobello sind bei Geisler zu finden – mit Krimi, Showmix und Theater für Kinder. Das Theater Combinale wartet mit Auszügen aus dem aktuellen Spielplan und Impro-Shows auf, und die Grölgruppe ist auch wieder dabei.

Fast alle Spielorte sind auf der Altstadtinsel zu finden, das Theater am Tremser Teich aber liegt außerhalb in der Warthestraße, feiert gerade seine 20. Spielzeit und zeigt unter anderem Auszüge aus der Jubiläumsproduktion „Peter Pan“. Zum Hoftheater in der Schwartauer Allee muss man ebenfalls kurz die Altstadt verlassen. Dafür gibt es dort Ausschnitte aus „Manche mögen es heiß 2.0“, „Hoppla die 80er“ und Oscar Wildes „The Importance of being Ernest“ auf Englisch für Schüler. Auch das Theater fund:us hat mit „Dussel und Schussel“ des renommierten niederländischen Autors Ad de Bont Kinder ab sechs Jahren im Blick. Das Lübecker Wasser Marionetten Theater zeigt Ausschnitte aus seinen aktuellen Projekten für Familien.

Das Theater Fabelhaft ist mit „ChiCASS II“ und der „Adams Family“ in der Volkshochschule in der Hüxstraße untergekommen, die Schauspielschule der Gemeinnützigen wendet sich mit drei Stücken an Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Das Theater Partout hat mit „Anderthalb Stunden zu spät“ Eltern im Blick, deren Kinder gerade das Haus verlassen haben. „Venedig im Schnee“ heißt ein zweites Stück.

Das Theater Brausepulver ist im Figurentheater (Kolk) zu sehen, und zwar mit dem englischen Projekt „We are Pirates“ für Kinder der 3. und 4. Klasse. An gleicher Stelle findet man das Kobalt Figurentheater mit „Rungholts Ehre“ sowie das Stück „GewaltIch“, eine Mischung aus Krimi und Satire. Ebenfalls mit Figuren hat das Ein-Frau-Theater Zaunkönig von Gertraud Häfner zu tun, die in der Diele in der Mengstraße „Puppenspielers Alptraum“ zeigt.

Die Justizvollzugsanstalt wird anders als im vorigen Jahr nicht dabei sein – die zwei Hauptakteurinnen wurden vorzeitig entlassen. int

LN

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