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Kultur im Norden Dramaturg und Regisseur Walter Hollender ist tot
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18:13 24.08.2016

Walter Hollender, ehemaliger Jugenddramaturg am Theater Lübeck, ist am vergangenen Donnerstag 65-jährig nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Der in Düsseldorf geborene Wahl-Lübecker hat die Kultur in Lübeck in vielfältiger Weise geprägt. Zunächst als Jugenddramaturg am Lübecker Theater, hier rief er die bundesweit relevante Schultheaterwoche ins Leben. Dann fungierte er als Chefdramaturg der städtischen Bühnen in Lübeck und Kiel. In den 90er Jahren erfolgte der Ruf Hollenders als Intendant des europäischen Theaterfestivals „Theatrale“ nach Unna in Westfalen.

Walter Hollender stammte aus Düsseldorf.

Darüberhinaus wirkte Hollender als Regisseur für zahlreiche Inszenierungen, die auch über das institutionalisierte Theater hinaus strahlten. So realisierte er 1992 in der Lübecker Petrikirche eine intermediale Inszenierung des „Lübecker Totentanzes“. Seine am Kieler Theater umgesetzte Inszenierung „Versteckte Kindheit“, in der er das Leben der Anne Frank reflektierte, war preisgekrönt. Und gemeinsam mit Projektverantwortlichen aus Leipzig schuf er im Auftrag des Kulturbereichs der Hansestadt Lübeck im Jahre 2000 auf dem Lübecker Koberg und dem im Hansahafen liegenden Rostocker Kulturschiff MS „Stubnitz“ einen Markt der Träume und Visionen.

Nach seiner aktiven Theaterzeit konnte der in Marburg studierte und promovierte Literaturwissenschaftler und Philosoph auch in anderen Medien sein dramaturgisches Wissen einsetzen. Er erarbeitete als Geschäftsführer in einer Lübecker Kommunikationsagentur zahlreiche Werbeinszenierungen, auch setzte er mit seiner Firma im Auftrag des ZDF für die Show „Wetten dass...?“ mehrere spektakuläre Außenwetten um. In den letzten Jahren seines Schaffens hatte sich Hollender weiterhin auf ganz unterschiedliche Weise der Kultur gewidmet. So schuf er nicht nur mehrere Vorlagen für Kindermärchen, auch wirkte er als Autor und Regisseur für mehrere Fernsehdokumentationen des NDR und des Südwest-Rundfunks.

Walter Hollender hinterlässt seine Ehefrau Gabriele und seine – mittlerweile ebenfalls im Theaterbereich wirkende – Tochter Theresa.

LN

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