Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Ehrentag mit Lübecks Ulk-Rentnerpaar

Lübeck Ehrentag mit Lübecks Ulk-Rentnerpaar

Uli Sandau und Reiner Lorenz betreiben seit 20 Jahren die Partout-Bühne – Jetzt gibt’s „Jubiläumsschnittchen“.

Voriger Artikel
Spannender Krimi aus der Franco-Zeit
Nächster Artikel
Singen im Integrationswald

Sie können komisch . . . – wie in ihren „Jubiläumsschnittchen“: Uli Sandau (M.) und Reiner Lorenz (r.) als Rentnerpaar Schmolke (mit Florian Sellke).

Quelle: Fotos: Lutz Roeßler, Dirk Silz

Lübeck. Im Theater Partout gibt es zum Jubiläum Schnittchen. Jubiläumsschnittchen eben. Denn das kleine Privattheater in der Lübecker Königstraße feiert morgen sein 20-jähriges Bestehen. Und das tut es mit einer neuen Folge seines größten Erfolges der vergangenen zwei Jahrzehnte – dem Stück „Schnittchen“.

LN-Bild

Uli Sandau und Reiner Lorenz betreiben seit 20 Jahren die Partout-Bühne – Jetzt gibt’s „Jubiläumsschnittchen“.

Zur Bildergalerie

Uli Sandau und Reiner Lorenz, Schauspieler und Gründer des Theaters Partout, haben zwar bereits 1992 damit begonnen, in Lübeck Theater zu machen, aber noch ohne festen Standort. Märchen in der Hundestraße, im Freibad Falkenwiese und unter der Moltkebrücke. Erfolgreich waren diese Veranstaltungen durchaus, das Ziel aber war eine feste Spielstätte, in der man Unterhaltung mit Tiefgang präsentieren konnte.

„1996 erfüllte sich dieser Wunsch“, erzählt Uli Sandau, „da konnten wir in eine Fabriketage in der Wahmstraße einziehen und ein Theater mit 66 Plätzen eröffnen. Dort sind wir elf Jahre lang geblieben.“ Elf Jahre, in denen sich das Theater Partout, das von einem gemeinnützigen Verein getragen wird, beim Lübecker Publikum etablieren konnte.

2007 erfolgte dann der Umzug in das Haus Königstraße 17, das neben dem Theater (90 Plätze) auch die Schauspielschule der Gemeinnützigen beherbergt. Der Partout-Verein ist seit 2004 Tochterverein der Gemeinnützigen. „In diesem Domizil fühlen wir uns sehr wohl“, sagt Reiner Lorenz, der Dutzende von Rollen am Partout gespielt hat. „Wir haben hier die Möglichkeit, professionelles Theater im kleinen Rahmen zu machen.“ Mit gehobenem Boulevard (zum Beispiel der Gaunerkomödie „Bruch“, einer Uraufführung 2011) und großer Theaterliteratur (zum Beispiel „Kunst“ von Yasmina Reza, 2005).

Hätten die Partout-Macher vor 20 Jahren daran geglaubt, dass sie dieses Jubiläum würden feiern können? Uli Sandau: „Wir haben es gehofft, und wir sind stolz darauf, dass wir es geschafft haben.

Unserem Stil sind wir treu geblieben, die ganzen 20 Jahre lang. Und echte Katastrophen hat es in der Zeit auch nicht gegeben.“ Allerdings sei die Muße beim Produzieren neuer Stücke im Laufe der Zeit immer mehr auf der Strecke geblieben, sagt Uli Sandau. „Wir machen drei Produktionen pro Jahr, daneben die Schauspielschule – da bleibt nicht viel Zeit für die einzelnen Projekte.“

Betrieben wird das Theater Partout von fünf Personen. Neben Uli Sandau (Regie und Verwaltung) sind das Reiner Lorenz (Schauspiel und Gesang), Johannes Kritzinger (Choreografie, Tanz und Körpertraining), Regina Marx (Dramaturgie) und Torsten Bünning (Technische Leitung). Dazu kommen Gast-Regisseure und -Schauspieler. Ein kleines Team – aber der Erfolg gibt den Theatermachern recht.

Die 85 bis 90 Vorstellungen pro Jahr haben eine Auslastung von rund 80 Prozent. Dazu kommen noch die Vorstellungen mit Projektarbeiten der Schauspielschule und der Prenski-Schule – das Partout ist gut ausgelastet.

Die finanzielle Lage des Privattheaters ist wie bei allen vergleichbaren Bühnen alles andere als rosig. Seit 2001 wird das Partout durch die Stadt Lübeck institutionell gefördert, Gelder vom Land erhält es nicht. „Wir haben es trotzdem geschafft, uns den Spaß an unserer Arbeit zu erhalten“, sagt Reiner Lorenz. „Wenn wir diese Freude nicht mehr haben, müssten wir aufhören.“

Das haben die Partout-Macher jedoch nicht vor. Uli Sandau ist 61, Reiner Lorenz 59. „Und deshalb ist die Jubiläums-Produktion der ,Schnittchen‘ auch definitiv die letzte“, sagt Uli Sandau. „Sonst sind wir am Ende noch älter als die Personen, die wir darstellen.“

Zum Kaffee kommt ein neuer Neffe

1999 gab es erstmals „Schnittchen“ im Theater Partout. Vier Folgen der Komödienreihe um Marga und Heinz Schmolke, Lübecks bekanntestes Rentnerpaar, sind seitdem entstanden. In mehr als 200 Vorstellungen konnte das Publikum miterleben, wie die beiden sich gegenseitig anpflaumen und anturteln und so ganz nebenbei Bösewichte wie etwa einen Immobilienhai ins Bockshorn jagen. In den „Jubiläumsschnittchen“ taucht plötzlich ein neuer Verwandter auf, der angebliche Neffe Bertram Polischewski, der sich auch gleich zu Kaffee und Kuchen bei den Schmolkes einlädt. Es gibt wieder reichlich Musik. Regie führt Gunnar Titzmann, am Klavier sitzt Norie Takabayashi. Premiere: morgen um 20 Uhr.

Jürgen Feldhoff

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur im Norden