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Kultur im Norden Ein Abend für Heino Jaeger
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20:18 08.07.2017

Vor 20 Jahren haben sie Heino Jaeger hier betrauert und ihn dann hinausgetragen zum offenen Grab. Am Freitag wurde am gleichen Ort an ihn erinnert, in der gut gefüllten Friedhofskapelle der evangelischen Kirche in Bad Oldesloe. Es war ein Abend für einen großen Vergessenen und für ein großes Vorbild gleichermaßen.

Heino Jaeger war ein Humorist anarchischer Natur, ebenso verschroben wie präzise, ein „Mozart der Komik“, so hat ihn Eckhard Henscheid mal genannt. Er hatte einen genauen Blick und die Gabe, daraus grandiose Dinge zu machen. Aber er hatte eben auch eine Psyche auf tönernen Füßen und einen fatalen Hang zum Alkohol. Die letzten seiner 58 Jahre hat er im „Haus Ingrid“ verbracht, einer sozialpsychiatrischen Einrichtung nahe dem Friedhof, wo er begraben liegt.

Joska Pintschovius hatte den Abend für ihn gestaltet, sein Freund und Biograf. Er erzählte, wie er ihn in den 60er Jahren in Schleswig kennengelernt hatte. Es war beim Mittagessen, und als Heino Jaeger sich über seinen Salatteller beugte und sagte: „Komm raus da“, da wusste Pintschovius, dass der Mann in dem Wolldeckenmantel anders war als die anderen. „Für mich war er ein wertvoller Mensch, er fehlt mir immer noch“, sagte er.

Der Jaeger-Kenner Christian Meurer hat viel Material über den gebürtigen Harburger gesammelt. Er sprach von dessen „ungeheurem Grad an Informiertheit“ und erinnerte daran, dass das grafische Jaeger-Werk noch auf die Katalogisierung warte: „Es ist genug da, es liegt nur irgendwo herum.“ Rocko Schamoni las Texte Heino Jaegers, einer bizarrer als der andere. Und als er wieder einen gelesen hatte, schaute er auf, lachte und sagte: „Irre, oder?“ int

LN

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