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Kultur im Norden Ein Abschlusskonzert von eindrucksvoller Leuchtkraft
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20:16 23.09.2013

Mit einem stimmungsvollen und bewegenden Konzert fand der 27. Schönberger Musiksommer Sonnabend in der St.-Laurentius-Kirche seinen Abschluss. An die Kette der seit Juni vorhergegangenen zwei Dutzend Konzerte, die fast keinen Bezirk der Musik ausließen, unterhaltende wie ergreifende, hängte Kantor Christoph D. Minke, der spiritus rector des regionalen Musikfestes, ein handgefertigtes Geschmeide an, nicht ganz blank geschliffen, aber von eindrucksvoller Leuchtkraft.

In einem groß besetzten chorsinfonischen Konzert stellte er sich mit seinem Kirchenchor St. Laurentius und dem kleinen Strelitzer Kammerorchester der herausfordernden Aufführung des Requiems KV

626 von Mozart in der von dessen Schüler Süßmayr vollendeten Fassung. Vorangestellt ein chorischer Vorspruch mit Rilke „Herbsttag“ von Manfred Schlenker (87), der einst Domkantor in Greifswald war. Und dann erklang Mozarts erschütternde und tröstliche Totenmesse in ihrem dunklen Timbre, vom Chor mit Inbrunst und Hingabe gesungen, mit dynamischer Anteilnahme, mit einem ausgewogenen Klangbild, wenngleich nicht immer mit der nötigen Prägnanz, gleichsam mit einem nachgiebigen Rand, was die Wucht des „Dies irae“ ein wenig minderte, aber im „Lacrymosa“ um so eindringlicher wirkte.

Gestützt auf die klaren Linien und deutlichen Bläserfarben des Strelitzer Kammerorchesters. Vertieft durch ein Solistenensemble mit den aufblühenden Stimmen der Hamburger Sopranistin Ilse-Christine Otto und der dänischen Altistin Yvonne Schouenborg, mit dem schlanken, kraftvollen Bariton des Detmolders Markus Köhler und mit dem geradlinigen, etwas zaghaften Rostocker Tenor Titus Paspirgilis.

Eine besondere Dimension erhielt die Aufführung durch einen spirituellen Kunstgriff Minkes: In das Mozartsche Requiem montierte er eine Bachkantate: Nach dem „Hostias“ erklang plötzlich Bachs frühe Choralkantate „Christ lag in Todesbanden“ BWV 4, in der die Überwindung des Todes verheißen wird, um schließlich wieder in die Totenmesse einzumünden. Das gab dem Konzert, jenseits aller stilistischer Bedenken, eine geistige, fast schon liturgische Geschlossenheit von seelischer Kraft — und herzlichen Beifall, der so lange währte, bis jeder Mitwirkende eine Rose erhalten hatte.

Heinz-Jürgen Staszak

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