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Kultur im Norden Ein Ausblick auf die Belletristik-Höhepunkte 2018
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19:12 29.12.2017
Auch Bernhard Schlink („Der Vorleser“) legt mit „Olga“ einen neuen Roman vor. Quelle: Foto: Marta Perez/dpa
Berlin

Darin wird ein namenloser junger Maler damit beauftragt, das Porträt eines steinreichen Mannes anzufertigen. Doch dann geschehen merkwürdige Dinge. US-LiteraturnobelpreisträgerinToni Morrison beschäftigt sich mit ihrem Herzensthema Rassismus und legt im März bei Rowohlt „Die Herkunft der anderen“ vor, ihr südafrikanischer Ehrenkollege J. M. Coetzee sekundiert gleichsam und schreibt in der Fortsetzung von „Die Kindheit Jesu“ über Immigration. Um große Fragen geht es auch bei dem israelischen Friedenspreisträger Amos Oz. Er veröffentlicht im Juni drei Plädoyers unter dem Titel „Friede den Fanatikern“.Altmeister Martin Walser setzt sich literarisch mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf zwischenmenschliche Beziehungen auseinander, sein niederländisches Pendant Cees Nooteboom legt mit „Mönchsauge“ Gedichte vor, die in einer Dezembernacht auf der Insel Schiermonnikoog entstanden. Bei Kiwi erscheint der letzte Roman des im Juli verstorbenen Peter Härtling, ein Altersbekenntnis: Ein Achtzigjähriger, nach einem Sturz im Rollstuhl sitzend, wird von einem jungem Arzt zum Urlaub eingeladen.

Unter den Debüts sticht unter anderem Laetitia Colombanis Roman „Der Zopf“ hervor, der in Frankreich die Bestsellerliste anführt. Die Drehbuchautorin („Wahnsinnig Verliebt“) verflicht drei Frauengeschichten anhand einer Perücke. Die in St. Petersburg geborene Autorin Wlada Kolosowa berichtet in „Fliegende Hunde“ von dem bizarren Trend der „Leningrad-Diät“, die sich am Leben in Kriegszeiten orientiert. Die italienische Bestseller-Autorin Elena Ferrante bringt ihre vierbändige neapolitanische Saga zum Abschluss.

Vielversprechend klingen zwei Neuinterpretationen alter Stoffe: Melissa Broder erzählt in „Fische“ den Melusinenmythos neu, Tracy Chevalier nimmt sich in „Der Neue“ den Othellostoff vor. Und David Mitchell legt mit „Slade House“ einen Schauerroman über ein Haus vor, in das nur alle neun Jahre ein Gast eingelassen wird. Zu den schreibenden Schauspielern gesellt sich Tom Hanks mit „Schräge Typen“. Der prominenteste Name des Literaturfrühlings kommt freilich aus einem ganz anderen Metier: Bill Clinton ist der erste US-Präsident unter den Romanautoren. Den Thriller „The President is Missing“ schrieb er gemeinsam mit James Patterson, laut Forbes der reichste Schriftsteller der USA.

LN

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