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Ein Biotop für Jazz und Blues

Lübeck Ein Biotop für Jazz und Blues

Der Klub des CVJM in Lübeck bietet Bands seit mehr als 15 Jahren ein Podium.

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Das Quartett WinterFisch begeisterte in der vergangenen Woche die Fangemeinde im CVJM Lübeck.

Quelle: Olaf Malzahn

Lübeck. Lübeck. Die Bühne ist ein Teppich. Er liegt in einem Giebelhaus in der Großen Petersgrube in Lübeck. Früher ein Backhaus, heute betreibt der Christliche Verein Junger Menschen hier eine Jugendherberge. Soziale Arbeit steht auf der Fahne des CVJM, es gibt viele Projekte, und dass ausgerechnet eine Bühne für Jazz und Blues dazugehört, hat mit Pastor Lipfert zu tun.

Joachim Lipfert leitet den CVJM, und als leidenschaftlicher Jazzfan organisierte er 1999 eine Jazz-Jam-Session. Einzelne Künstler und Bands traten danach regelmäßig auf. „Wir hatten anfangs ein gemischtes Programm, aber dann kristallisierte sich der Jazz heraus“, so Pastor Lipfert. Es war die Zeit, in der Lübecker Jazz-Läden wie das Dolce Vita oder Dr. Jazz dicht machten und die Szene Asyl in der Großen Petersgrube fand. Es gibt eine Band, die diese Entwicklung begleitet hat: Mo‘ Blow. „Vor zehn Jahren traten sie noch als Sahnefunk bei uns auf, in losen Abständen waren sie dann als Mo‘

Blow vier Mal in unserem Club“, erinnert sich Lipfert. „Und immer ausverkauft.“

Zu den regelmäßigen Veranstaltungen gehören die Sessions, die offen für alle Musiker sind: jeden zweiten Dienstag im Monat Jazz, jeden vierten Dienstag im Monat Blues. Ansonsten sind unter der Woche und an Wochenenden unterschiedliche Bands aus Europa und auch aus Übersee zu hören. Und dass sich in Lübeck ein Biotop für feine Musik mit echter Klubatmosphäre etabliert hat, ist längst kein Geheimtipp mehr. „Ich musste noch nie eine Band ansprechen, die Angebote kommen ins Haus“, sagt Pastor Lipfert, der sich gerade auf einen „Top Monat“ freut mit Bands wie der Schweizer Formation pommelHOURSE am 16. April und Tonbruket am 23. April.

Musikalisch sei der Jazz unglaublich breit gefächert, mit Elementen von Rock, Pop und Blues. Auf stattliche 70 Konzerte pro Jahr kommt der CVJM. Der Unterschied zum feinen Bruder Jazz Baltica sei die fast intime Klubatmosphäre. So wie in seligen Zeiten, als die Jazzkeller proppevoll und gut durchgeräuchert waren. „Geraucht wird heute zum Glück nicht mehr im Klub“, sagt Lipfert, doch die Atmosphäre, die Nähe zu den Künstlern und die Liebe zur Musik, die nicht nur ein Nebengeräusch beim Biertrinken ist, mache immer noch das Besondere aus. Wie der 56-Jährige schätzen vor allem ältere Semester die Konzerte im CVJM, doch dank der Nachbarschaft zur Musikhochschule findet sich auch jüngeres Publikum ein: Drei bis viermal pro Semester präsentieren sich die jungen Talente der MHL beim „Magic Music Monday“, da kommen dann auch Kommilitonen, der Eintritt ist frei. Das nächste Mal am 25. April.

Die artgerechte Pflege und Haltung der Jazzmusik ist überregional nicht unentdeckt geblieben. Vor drei Jahren wurde der CVJM mit dem Bundesspielstättenpreis geadelt, vor zwei Jahren erhielt Lipfert den Jazzfördererpreis Schleswig-Holstein. Die Musik sei für ihn zwar nur ein kleiner Teil seiner Arbeit, aber eine „Herzblutgeschichte“. Heute wird sein Herz wieder aufgehen, wenn Mo‘ Blow auf dem bunten Teppich in der Großen Petersgrube spielt. Die Musiker gehen künftig getrennte Wege und sind auf Abschiedstournee. Einige Karten gibt es noch. Petra Haase

Heute, 21 Uhr, CVJM: Mo ‘Blow

LN

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