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Kultur im Norden Ein Festival vom Feinsten
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22:19 23.05.2016
Party auf dem Koberg: Das Publikum wird zur „Grölgruppe“, schmettert Schlager und probt die Laola-Welle – animiert von Sängern des Lübecker Theaters Combinale.
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Lübeck

Lübeck. Am Ende, nachdem sich Festival-Chef Christian Martin Lukas bei allen Beteiligten bedankt hat, kommen Besucher spontan hinter die Bühne am Koberg. „Vielen Dank, das war ein tolles Fest.“– „Gratulation und weiter so.“ – „Der absolute Hammer!“ Lukas schüttelt Hände. Bernd Saxe ist ebenfalls gekommen. „Tolles Programm, tolle Stimmung, tolles Wetter, ein sehr gelungenes, friedliches Fest“, resümiert Lübecks Bürgermeister. Auch Lukas, Geschäftsführer der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH, ist zufrieden. „Wir hatten mit etwa 100000 Besuchern gerechnet, 150 000 sind gekommen.“

Mit Musik, Tanz und Straßenfesten ging das erste Hansekultur-Festival zu Ende – 150 000 Menschen feierten.

Vom Hansekultur-Festival

berichten: Petra Haase, Jürgen

Feldhoff, Dorothea Kurz-Kohnert, Sabine Spatzek (Text).

Lutz Roeßler, Jochen Quast, Dorothea Kurz-Kohnert, Petra Haase, Sabine

Spatzek (Fotos).

Der Umzug des Jugendzirkus Charivari, angeführt von der Samba Percussionsgruppe Sambarata, gehört am Sonntag zu den Höhepunkten des Festivals. Bei Sonnenschein und sommerlicher Hitze drängen sich Besucher am Straßenrand, recken die Hälse. Rotberockte Mädchen auf Einrädern halten virtuos das Gleichgewicht, ebenso wie die Artisten auf meterhohen Stelzen. Bunte Bänder schwingende Zirkuskinder sorgen für malerische Momente. Beim Vorbeimarsch der Sambaspieler wippt deren Kopfbedeckung rhythmisch mit – lübsche Giebelhäuser aus Pappe samt Holstentor: Karnevalstimmung an der Trave.

Intimer ist die Atmosphäre vor dem Atelier von Isabella Moog an der Großen Burgstraße 15: Die Künstlerin malt live. Kristina Lang, exotisch kostümiert, tanzt nach der Musik von Holger Mantey: Er trommelt auf der Bongo, entlockt der Vuvuzela quietschende Töne. Inspiriert von Klängen und Bewegungen malt die Künstlerin, klatscht temperamentvoll ihren farbtropfenden Pinsel auf die Leinwand.

Egal, wo man an diesem Sonnen-Sonntag in der nördlichen Altstadt ist: Die Menschen sind heiter, kommen ins Gespräch, fotografieren die Straßendeko, Alte, Junge, Familien sind unterwegs, gucken in Höfe und Gänge. Im Rosengang hat Gudrun Neuper ihr Haus geöffnet und ist begeistert von der Resonanz. „Ich hatte Besucher, die hier früher gewohnt haben und mir viel über das Haus erzählt haben.“ In der Kleinen Burgstraße 2 verkauft Doreen Marr in ihrem Haus Kuchen, Ingrid und Jürgen Backhaus stellen dort Bilder aus. „Wir finden es sehr gut, dass die Anwohner das Fest mitgestalten dürfen.“

Abseits vom Mainstream feiern junge Leute in der Clemensstraße. Das frühere Rotlichtmilieu ist Off- Party-Meile: Elektro in Haus 6, der „Blaue Engel“ steht auf Indie- Rock, Haus Nummer 12 spielt Punk bis Pop. Der Stand von „Bollwerk“ am Ende der Großen Burgstraße zieht die flippige Clubszene an. DJ Marek Mabuse, Boostsektor und Kollektiv Katzenhaus lassen mit Techno und House die Mädels und Jungs auf der Straße tanzen.

Derweil leitet Gabriele Pott mit der Lübecker Singakademie mit Händels „Halleluja“ den Klassik- Teil auf dem Koberg ein. Auszüge aus Karl Jenkins Oratorium „Peacemakers“ stehen auf dem Programm, Orffs „Carmina Burana“ sorgt auf dem mittelalterlichen Platz für besondere Momente. Und dann hat der gemischte Chor Lübeck seinen großen Auftritt. Hunderte Besucher singen voller Inbrunst Volkslieder unter Anleitung von Michael P. Schulz und der Liedertafel, dreistimmig schallt „Es tönen die Lieder“ über den Platz. Eine Steigerung ist möglich, als die Sänger vom Theater Combinale auf der Bühne Partyhits anstimmen – die „Grölgruppe“ auf dem Platz schmettert Hits von den Beatles, Vicky Leandros, den Toten Hosen und Andreas Bourani. „Ein Hoch auf uns“ – das trifft die Stimmung dieses Festes.

Das Konzept, das Potenzial der nördlichen Altstadt mit ihren Museen, Kirchen, Künstlern und historischen Häusern mit der Kreativität ihrer Bewohner zu verbinden, ist aufgegangen. „Es gab wunderschöne Momente und Begegnungen an vielen Orten. Aus vielem Kleinen ist etwas Großes geworden“, sagt Christian Martin Lukas. Nach bisheriger Planung gibt es eine Neuauflage in zwei Jahren.

LN

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