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Ein Kunstwerk für Kanzler Adenauer

Lübeck Ein Kunstwerk für Kanzler Adenauer

Das Gemälde „Antike Tempelruine“, ein Gastgeschenk Winston Churchills, ist bald in Lübeck zu sehen.

Lübeck. Das Günter Grass-Haus hat sich für seine nächste Sonderausstellung eine bedeutende Trophäe gesichert: das Gemälde „Antike Tempelruine“ von Winston Churchill. Das gab Jörg-Philipp Thomsa, Leiter des Forums für Literatur und bildende Kunst, gestern bekannt.

 

LN-Bild

Antike Tempelruine: Winston Churchill malte dieses Bild, das er später Konrad Adenauer schenkte.

Quelle: Stiftung Bundeskanzler-Adenauer Haus
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Bundeskanzler Konrad Adenauer empfängt Ex-Premierminister Winston Churchill (l.) 1956 in Bonn.

Quelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-F003523-0001 / Cc-By-Sa 3.0
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Antike Tempelruine: Winston Churchill malte dieses Bild, das er später Konrad Adenauer schenkte.

Quelle: Stiftung Bundeskanzler-Adenauer Haus
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Bundeskanzler Konrad Adenauer empfängt Ex-Premierminister Winston Churchill (l.) 1956 in Bonn.

Quelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-F003523-0001 / Cc-By-Sa 3.0

Die erste deutsche Ausstellung über den britischen Staatsmann trägt den Titel „Winston Churchill. Schriften. Reden. Bilder“. Sie wird am 21. November eröffnet und zeigt den Politiker als Maler und Schriftsteller – beides Talente des 1874 im englischen Woodstock geborenen Winston Leonard Spencer-Churchill, die weitgehend vergessen sind. Auch dass er 1953 den Nobelpreis für Literatur erhalten hat, weiß kaum noch jemand.

Das Gemälde „Antike Tempelruine“, etwa 50 mal 40 Zentimeter groß, ist eine Leihgabe der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Röhndorf bei Bonn. Es zeigt dorische Säulen, die die Reste eines antiken Bauwerks tragen. Konrad Adenauer erhielt das Bild als Gastgeschenk, als Winston Churchill am 11. Mai 1956 zu einem Abendessen im Palais Schaumburg, damals Dienstsitz des Kanzlers, eingeladen war. Am Tag zuvor hatte Churchill, der 1955 das Amt des britischen Premierministers aufgegeben hatte, in Aachen den Karlspreis erhalten – für seine Rolle als „Hüter menschlicher Freiheit, Mahner der europäischen Jugend“.

Adenauer ließ das Gemälde hinter seinem Schreibtisch im Arbeitszimmer des Bundesratflügels aufhängen, heute wird es in seinem Haus in Rhöndorf verwahrt, wo die Adenauer-Stiftung residiert. Das Ölgemälde teilt sich ein Zimmer mit einem Landschaftsgemälde eines weiteren Staatsmannes – von Dwight D. Eisenhower.

Winston Churchill entdeckte die Malerei 1915 in einer Lebenskrise: Wegen einer gescheiterten Kriegslist musste er sein Amt als Marineminister aufgeben, und er befürchtete, dass seine politische Karriere damit beendet sei. Er soll mehr als 500 Bilder gemalt haben, wovon viele heute im Studio seines ehemaligen Landhauses Chartwell aufbewahrt werden.

Das Günter Grass-Haus wird Original-Gemälde, persönliche Gegenstände und auch Schriften Churchills zeigen. Schirmherr der Ausstellung ist Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier.

mib

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