Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Kultur im Norden Ein Lebenswerk aus Glück und Tanz
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Ein Lebenswerk aus Glück und Tanz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:23 24.06.2013
Von Wolfgang Tschechne
1985 bekam Heino Heiden den Hanse-Kulturpreis. Quelle: Foto: Kranz-Pätow

Heino Heiden ist still in seinem Haus in Bad Schwartau gestorben. Er war ein Glücklicher. Sein Leben war, von wenigen Ausnahmen abgesehen, erfüllt von Applaus. Es gehörte dem Tanz.

Der am 6. Oktober 1923 in Wuppertal Geborene kam bereits als Kind in guten Kontakt mit der Bühne. Heino war neun Jahre alt, als er in Hagen als quirliger Piccolo in der Benatzky-Operette „Im weißen Rößl“ debütierte. Der Erfolg trug ihn weiter, er tanzte Kinderrollen in Köln, Berlin und Dortmund, in München stand er zusammen mit Leo Slezak auf der Bühne.

Seine Eltern erfüllten ihm den übergroßen Wunsch — Tänzer. Heino Heiden erhielt die denkbar beste Ausbildung, bei Tatjana Gsovsky in Berlin, bei Olga Preobajenska in Paris, bei Anthony Tudor in New York. Das erste Engagement führte ihn gleich an die Staatsoper Berlin.

Gleich nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er Solotänzer an der Dresdner Staatsoper, und in der Staatsoper München tanzte er im heftig umstrittenen „Abraxas“-Ballett von Werner Egk. 1952 kam ihm Kanada auf dem Lebensweg entgegen. Er heiratete, um bürokratische Hemmnisse zu umgehen, eine Freundin, mit der er in Berlin eine gemeinsame Wohnung hatte, erhielt die Staatsbürgerschaft und stieg in die kanadische Theaterszene ein. Inszenierungen von Ravels „Daphnis et Chloé“ und Strawinskis „Apollon musagète“ brachten ihm internationales Ansehen. Er wurde zum gesuchten Choreografen, das Nationaltheater Mannheim und die Oper Antwerpen waren weitere Stationen.

Ende der 1960er Jahre wurden die Ballett-Compagnie von Lübeck und Kiel, um vermeintlich zu sparen, zu einer gemeinsamen Tanztruppe zusammengeführt. Chef der Gemeinschaft: Heino Heiden. Die Konstruktion indes bewährte sich nicht. 1968 wurde von ihm die „Schule für Ballett Heino Heiden“ gegründet, aus der später das sehr erfolgreiche „Lübecker Kinder-Tanztheater Heino Heiden“ hervorging — gefeiert daheim ebenso wie am Theater des Westens in Berlin, an der Hamburgischen Staatsoper, in Kopenhagen, am Teatro Goldoni in Venedig. Lübeck zeichnete Heino Heiden 1985 mit dem Hanse-Kulturpreis aus.

Einige Zeit darauf setzte Heiden nochmals neu an. In der Dr.-Julius-Leber-Straße 23 schuf er zusammen mit Michael Goden, dem Ausstattungsleiter der Lübecker Bühnen, das „Theaterhaus“, ein reizvolles Privattheater, 99 Plätze, für Studioabende und Kabarett.

Es war wie der heitere Schlusspunkt eines bunten, von Überraschungen und Ortswechseln erfüllten, aber nahezu stets erfolgreichen und immer beglückenden Theaterlebens, wie es in unserer Welt selten ist. Am Ende, da es stiller um ihn geworden ist, hielt er sich an einen Satz, den Elektra in der Oper von Richard Strauß zu ihrer Schwester sagt: „Wer glücklich ist wie wir, dem ziemt nur eins — schweigen und tanzen.“

Wolfgang Tschechne

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der scheidende GMD Roman Brogli-Sacher über seine Zeit in Lübeck und seine Zukunftspläne.

24.06.2013

Der Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel bleibt auch nach der Ernennung zum Weltkulturerbe uneingeschränkt frei für Bürger und Touristen. „Es gibt keine Restriktionen, die über die Parkordnung hinausgehen“, sagte der Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), Bernd Küster, gestern in der nordhessischen Stadt.

24.06.2013

Ein Benefiz-Konzert mit einem hochkarätig besetzten Star-Ensemble hat in Hamburg mindestens 40 000 Euro für die Hochwasser-Opfer entlang der Elbe eingebracht. Künstler und Bands wie Sasha, Revolverheld oder Tonbandgerät sammelten am Sonntag unter dem Namen „Elballianz“ bei den Zuhörern auf der Reeperbahn mit ihrem Auftritt Spenden für die Hochwasserhilfe des Deutschen Roten Kreuzes.

25.06.2013
Anzeige