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Ein Lübeck-Debüt mit Hindernissen

Lübeck Ein Lübeck-Debüt mit Hindernissen

„Idomeneo“: Evmorfia Metaxaki litt unter einer Erkältung.

Lübeck. Freitag der 13. ging nicht problemlos am Theater Lübeck vorbei. Evmorfia Metaxaki, neuer Sopran im Ensemble, litt bei ihrem Lübeck-Debüt in der Wiederaufnahme von Mozarts Oper „Idomeneo“ an einer Erkältung, die ihre Stimme massiv beeinträchtigte. Die Partie der trojanischen Prinzessin Ilia gehört zu den Lieblingsrollen der Griechin, immerhin konnte man trotz aller Einschränkungen erkennen, wie intensiv sie sich mit der Rolle auseinandergesetzt hat. Metaxakis Gesang ist hell timbriert, soweit man das nach dem ersten öffentlichen Auftritt beurteilen kann.

Die Sopranistin verfügt aber, und daran besteht kein Zweifel, über eine sehr gut zentrierte und ausgezeichnet geführte Stimme: In Sachen Intonation ließ sie keine Wünsche offen. Auch ihre darstellerischen Qualitäten wusste die Sängerin unter Beweis zu stellen, sie agierte leidenschaftlich und mit großem körperlichen Einsatz. Schon insofern ein gelungener Auftritt, der neugierig machte, wie sich die Stimme von Evmorfia Metaxaki darstellt, wenn die Sängerin gesund ist.

Ein zweites Debüt war am Freitag zu erleben. Der neue Erste Kapellmeister Andreas Wolf dirigierte den „Idomeneo“, und er begann mit sehr schnellen Tempi. Das klang in den ersten Minuten schon fast ungestüm, im Verlauf aber wurden die Tempi immer langsamer. Manchmal so langsam, dass der Spannungsbogen fehlte und die Sänger es nicht leicht hatten. Das Orchester war jedoch nie zu laut, was bei der diffizilen Akustik des Großen Hauses eine Leistung ist, als Begleiter zeichnete sich Dirigent Wolf aus. Insgesamt war dieser „Idomeneo“ in der Regie von Rosetta Cucchi trotz aller Einschränkungen ein interessanter Abend, in dem Helena Dix (Elettra) und Wioletta Hebrowska (Idamantes) die Glanzpunkte setzten. Das machte Lust auf mehr.

Jürgen Feldhoff

LN

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