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Kultur im Norden Ein Star im Europa seiner Zeit
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18:10 23.06.2017
Hamburg

ist nicht erst seit der Eröffnung der Elbphilharmonie eine Musikstadt mit großer Strahlkraft. Eine der schillerndsten Figuren der Hansestadt war Georg Philipp Telemann (1681-1767), der als Kantor und Musikdirektor der fünf Hauptkirchen eines der prominentesten musikalischen Ämter Deutschlands besetzte. 46 Jahre lang prägte der Barockmusiker das Musikleben von Hamburg und ganz Europas. Trotzdem steht er immer noch im Schatten seiner Zeitgenossen Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach, mit denen er eng befreundet war. Zahlreiche Veranstaltungen, CDs und Konzerte zu seinem morgigen 250. Todestag wollen das ändern.

„Was heute im Rückblick oft die Ära des Johann Sebastian Bach genannt wird, hätten Zeitgenossen zumindest in Deutschland als die Epoche des Georg Philipp Telemann bezeichnet“, sagt Cembalistin Anke Dennert, Vorsitzende der Hamburger Telemann-Gesellschaft, die 2011 das weltweit einzige Telemann-Museum eröffnete. Dort in der historisch nachgebauten Peterstraße befinden sich auch die Museen für seinen Patensohn Carl Philipp Emanuel Bach und für Johannes Brahms.

Telemann stammte aus einer gebildeten Magdeburger Familie, Musikunterricht erhielt er jedoch nicht, das Spielen mehrerer Instrumente brachte er sich weitgehend selbst bei. Erste Kompositionserfolge hatte er während seines Jurastudiums in Leipzig, wo er ein Amateurorchester gründete, Opernaufführungen leitete und zum Musikdirektor der Universitätskirche aufstieg. Nach kurzen Anstellungen an den Höfen von Sorau und Eisenach wurde Telemann 1712 in Frankfurt am Main zum städtischen Musikdirektor ernannt.

Als er 1721 in Hamburg die Stelle des Musikdirektors antrat, war er bereits einer der berühmtesten Komponisten Europas. In seinem Amt verpflichtete er sich zur Komposition von zwei Kantaten pro Woche und wurde so mit 3600 Werken zu einem der produktivsten Komponisten der Musikgeschichte. Ein Jahr nach seiner Ankunft übernahm er zudem die Leitung des Opernhauses, für das er regelmäßig selbst Opern beisteuerte.

Während er zu Lebzeiten ein großes Ansehen genoss, schwand die Wertschätzung Telemanns bereits wenige Jahre nach seinem Tod. Er starb mit 86 Jahren an einer Lungenentzündung. Heute erinnert eine Grabplatte neben dem Eingang zum Hamburger Rathaus an ihn.

LN

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