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Ein Theater der Eitelkeiten

Lübeck Ein Theater der Eitelkeiten

Sommeroperette spielt Donizettis „Viva la Mamma!“.

Lübeck. Theater auf dem Theater ist eine beliebte Form des Bühnenspektakels. Theater über das Theater ist sozusagen die Hohe Schule dieser Kunstform, und Gaetano Donizettis Zweiakter „Viva la Mamma!“ von 1831 ist eines der Meisterwerke der Gattung. Bei der Lübecker Sommeroperette hat die komische Oper am Freitag Premiere.

Es geht turbulent zu in dem Stück, dessen Untertitel übersetzt „Sitten und Unsitten der Leute vom Theater“ lautet. Die Handlung ist dann auch angemessen verwirrend: Die neue Oper „Romulus und Ersilia“ soll geprobt werden, doch für die männlichen und weiblichen Diven des Ensembles stehen ihre eigenen Eitelkeiten im Vordergrund. Die zweite Sopranistin will ein Solo, die Primadonna ist beleidigt, der Tenor verliert seine Stimme, Komponist und Librettist können sich nicht einigen. Es fehlt ein zugkräftiger Star, der Intendant hat kein Geld, und die Subventionen drohen gestrichen zu werden.

Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht allzu ernst: Auf der Bühne steigern sich menschliche Schwächen und Wünsche zu einem Theater der Intrigen, der Wettlauf um Geltung und Ruhm wird zur Farce.

Donizettis „Schlüssellochperspektive“ lockt mit Selbstironie und einer boshaften Charakterisierung damaliger – und ganz allgemeiner – Opernzustände. Das Publikum darf dabei zuschauen, lachen und so richtig spüren, dass es sich – wie die Protagonisten auf der Bühne – kein Leben ohne Oper vorstellen kann. Und ein ganz besonderer Reiz von „Viva la Mamma“ liegt bereits in der Besetzung der Titelfigur: die Mamma wird von einem Bariton gesungen.

Premiere: Freitag, 4. August, um 19.30 Uhr in der Aula des Lübecker Johanneums. Musikalische Leitung: Insa Bernds; Regie: Michael P. Schulz; Choreographie: Sarah Schneider

LN

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