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Kultur im Norden Ein Tintenfisch zum Verlieben
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20:10 20.10.2017

Hamburg. Kann man mit einem Oktopus befreundet sein? Man kann. Nur ist diese Beziehung stets von kurzer Dauer. Im Schnitt lediglich zwei, drei oder vier Jahre. Viel länger leben diese hochintelligenten Bewohner der Meere nicht. Im Aquarium wie auch im natürlichen Umfeld der außergewöhnlichen Kreaturen, die gleich drei Herzen besitzen, hat die US-amerikanische Naturforscherin Sy Montgomery nicht nur ein Rendezvous mit ihnen. Seit ihrem ersten Treffen mit einem Tintenfisch ist sie verzaubert – von dessen Intelligenz, Freundlichkeit und Geschicklichkeit.

„Rendezvous mit einem Oktopus“ heißt die deutsche Ausgabe ihres „New-York-Times“-Bestsellers, in dem sie ihre Erlebnisse und vor allem Erkenntnisse niederschrieb. Die erste Liebe der in New Hampshire lebenden Autorin hieß Athena, ein Tintenfischweibchen aus dem New England Aquarium in Boston. Und mit Athena beginnt Montgomery ihr faktenreiches Sachbuch, das so unterhaltsam geschrieben ist wie ein Roman und so spannend wie ein Krimi. So erfährt der Leser, dass diese Spezies ein Tier ist, „das über Gift verfügt wie eine Schlange, über einen Schnabel wie ein Papagei und über Tinte wie ein altmodischer Füllfederhalter. Er kann so viel wiegen wie ein Mensch, sich bis zur Größe eines Autos ausstrecken und dennoch mit seinem schlabbrigen, knochenlosen Körper durch ein Loch mit dem Durchmesser einer Orange zwängen.“ Schließlich hat die Autorin die Tiere auch persönlich kennengelernt. Sie wollte zu ihnen eine Beziehung aufbauen wie zu einem Hund oder einer Katze. Und wie der Leser schon sehr bald merken wird, ist ihr das mehrfach und intensiv gelungen.

Rendezvous mit einem Oktopus, Mare Verlag, Hamburg, 336 S. 28 Euro

LN

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