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Kultur im Norden Ein besonderes Gespür für Filme
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20:31 29.10.2013
Søren Kragh-Jacobsen bekommt 1997 von Martina Janke-Hansen den LN-Publikumspreis für seinen Film „Insel in der Vogelstraße“ überreicht. Quelle: LN-Archiv
Lübeck

Am Anfang entschied noch eine fünfköpfige Leser-Jury über die „Lübecker Film-Linse“. Später wurde die Entscheidung allen Zuschauern und Zuschauerinnen überlassen, außerdem bekam die Auszeichnung einen neuen Titel: LN-Publikumspreis. Der Filmpreis, 1979 erstmals verliehen, ist die älteste Auszeichnung bei den Nordischen Filmtagen. Und eine besonders bedeutende.

„Der LN- Publikumspreis wird von Regisseuren und von Produzenten sehr geschätzt. Denn er gibt den Hinweis, dass mit einem Film auch der Geschmack des Publikums getroffen wird“, sagt Linde Fröhlich, Künstlerische Leiterin des Festivals.

Bei den Filmtagen gibt es sieben weitere Preise zu gewinnen: den NDR-Filmpreis, den Baltischen Filmpreis, den Kirchlichen Filmpreis Interfilm, den Dokumentarfilmpreis, den Preis der Kinderjury, den Kinder- und Jugendfilmpreis und den Cinestar-Preis. Sie bedeuten Lob und Anerkennung, sind häufig aber auch von praktischem Wert. Filmpreise seien hilfreich, wenn Filmemacher um Unterstützung für ein neues Projekt würben, sagt Fröhlich: „Ein Filmpreis ist ein Indiz, dass ein Filmemacher in der Lage ist, einen Film zu machen, der über die Grenzen seines Heimatlandes hinweg Beachtung findet.“

Im vergangenen Jahr sprach das Publikum Thomas Vinterberg aus Dänemark den mit 5000 Euro dotierten LN-Publikumspreis für seinen Film „Die Jagd“ zu. Bereits 1998 war Vinterberg für „Das Fest“ ausgezeichnet worden.

Das Publikum hat eben ein Gespür für Filme. Das Lübecker gilt dabei als besonders anspruchsvoll. Noch nie habe der einfachste Film den LN-Publikumspreis bekommen, sagt Linde Fröhlich: „Das Lübecker Publikum will ein Thema, und es will etwas zum Nachdenken. Auch das wird von den Filmemachern sehr geschätzt.“

Der erste Preisträger 1979 war übrigens der damals junge Filmemacher Søren Kragh-Jacobsen aus Dänemark mit seinem ersten Film „Willst du meinen schmucken Nabel sehen?“ 1997 siegte er erneut mit „Insel in der Vogelstraße“. In diesem Jahr ist Kragh-Jacobsen, inzwischen 66 Jahre alt, wieder dabei mit dem Drama „In der Stunde des Luchses“ nach einem Bühnenstück von Per Olov Enquist.

liz

LN

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