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„Ein bisschen die Mauersteine angelockert“

Berlin „Ein bisschen die Mauersteine angelockert“

Im Arbeiter-und-Bauern-Staat singen — dafür kämpfte Udo Lindenberg lange. Dann wurde sein Traum wahr. Heute vor 30 Jahren durfte er im Palast der Republik ans Mikrofon — für 15 Minuten.

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In Tuchfühlung mit seinen Fans aus der DDR: Udo Lindenberg am 25. Oktober 1983 vor dem Palast der Republik.

Quelle: AP

Berlin. Im Arbeiter-und-Bauern-Staat singen — dafür kämpfte Udo Lindenberg lange. Dann wurde sein Traum wahr. Heute vor 30 Jahren durfte er im Palast der Republik ans Mikrofon — für 15 Minuten. „Ein bisschen hat der Gesang der Nachtigall die Mauersteine angelockert“, meint Lindenberg heute unbescheiden.

Nach der Einreise in die Hauptstadt der DDR schlürfte FDJ-Chef Egon Krenz mit dem Rocker, den die Stasi zuvor noch als „mittelmäßigen Schlagersänger“ bezeichnet hatte, Buttermilch, weil Lindenberg sich aus Scherz dieses Getränk gewünscht hatte. Kontakte zwischen den jungen Leuten auf der Straße und ihrem Idol sollte eigentlich vermieden werden, aber Lindenberg nutzt einen günstigen Augenblick und landet auf den Schultern der Fans. „Ich wollte ja auf meiner Tour nicht für die SED spielen, sondern für die Menschen da drüben“, sagte er jetzt. Konzertmanager Fritz Rau hatte einen Deal ausgehandelt: Wenn Lindenberg die Genehmigung erhält, sorge er dafür, dass der US-amerikanische Kriegsgegner Harry Belafonte in der DDR singt.

Bei der FDJ-Veranstaltung „Für den Frieden der Welt“ durfte der West-Star schließlich vor 4200 Menschen, überwiegend ausgewählten Funktionären, v ier Lieder singen, begleitet von seinem Panikorchester. Die Tournee aber wurde von DDR-Seite abgesagt.

LN

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