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Kultur im Norden Ein leidenschaftliches „Melodrama“
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20:14 13.06.2017

. Nun endlich kann sie sich mit anderen austauschen über ihr neues Album. Am Freitag erscheint „Melodrama“. Für Lorde hat eine quälende Wartezeit ein Ende. „Ich habe mich drei Jahre eingeschlossen, wie alleine in einer Höhle“, sagt sie. Sie hat sich rar gemacht und keine Konzerte gegeben. Nur Selbstgespräche habe sie über ihre Musik geführt. „Wenn ich darüber rede, dann merke ich erst, worum es wirklich geht.“

Sängerin Lorde: Neues Album, neue Tournee.

Im Vergleich zu ihrem Debütalbum „Pure Heroine“ ist der Sound raumfüllender, nicht mehr zurückhaltend minimalistisch. Geblieben ist der hypnotische Sound, dominiert von Lordes rauchiger, manchmal fast heiserer Stimme. Zu den elektronischen Klängen und knackigen Beats erlauben sich auch andere Instrumente, eine Rolle zu spielen – wie in der vielgelobten ersten Single-Auskopplung „Green Light“. Einen Anteil an dieser Entwicklung dürfte Jack Antonoff haben, der neben der Arbeit für seine Bleachers auch für Taylor Swift Songs geschrieben hat. So klingt „Perfect Places“ nach einer Party-Hymne. Irgendjemand hätte einen belanglosen Text darüberlegen können – doch Lorde schafft es, zu überraschen: „Jede Nacht lebe und sterbe ich / Treffe jemanden, nehme ihn mit nachhause / Lass uns küssen und unsere Kleidung ausziehen / Es ist nur eine weitere schamlose Nacht.“

Der Erwartungsdruck auf die so bescheiden wirkende 20-Jährige muss immens gewesen sein. Denn „Pure Heroine“ war bahnbrechend, revolutionär – alle wollten danach mit ihr zusammenarbeiten.

Doch sie ist eine sehr selbstkritische Perfektionistin. In ihr zweites Album wollte sie alle ihre Gefühle und ihre Weltsicht hineinpacken. Während „Pure Heroine“ der Teenagerzeit huldigte, bringt „Melodrama“ eine erwachsenere Version: Gefeiert werden Partys voller Risiken, aber mit der unterdrückten Angst vor den Konsequenzen, dem Absturz, der Trennung. Zum Erwachsenwerden gehört, sich zu hinterfragen. Trennungen, Einsamkeit und auch Freude schmecken anders als zuvor. Sie schildert eher die dunklen Seiten der Party – die Selbstzweifel, die innere Zerrissenheit. Im Herbst kommt Lorde nach Deutschland. Ihre Europatournee wird sie im Oktober unter anderem nach München, Köln und Berlin führen.

Dirk Steinmetz

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