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Kultur im Norden Ein perfekter Abend
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18:13 13.07.2018

Die sechs elegant in dunkle Anzüge gekleideten und gut gelaunten jungen Herren wollen an diesem Abend wenig auslassen. Musik aus fünf Jahrhunderten, Musik aus aller Welt kündigt Jonathan Howard an.

Vielseitigkeit war von 1968 an eines der Markenzeichen der King’s Singers. Ein weiteres ist die Besetzung: zwei Countertenöre, ein Tenor, zwei Baritone, ein Bass. Ein drittes: die Perfektion.

Der Abend beginnt feierlich mit einem Gebet, „The Prayer of King Henry VI“, vertont von dem englischen Komponisten Henry Ley. Nach einem Jubiläumsstück, das der 1955 geborene Bob Chilcott für das Ensemble geschrieben hat, folgt ein Ausflug in die Renaissance: „Innsbruck, ich muss dich lassen“ von Heinrich Isaac. Ausgelassen wird es dann, musikalischer Witz blitzt auf bei einem Trinklied von Hans Leo Hassler: „Ach wie ein große Pein, wann Mangel ist am Wein.“ Die Weiterreise in die Romantik gelingt den King’s Singers problemlos, wie überhaupt bei ihnen alles scheint, als sei es ohne Mühe und leicht. Zwei Lieder von Robert Schumann, dem in diesem Festival die Komponisten-Retrospektive gewidmet ist, stehen auf dem Programm.

Freundlicherweise hat das Festival die Texte ins Programmheft gedruckt, bei englischen auch die deutsche Übersetzung. Die Moderation ist durchgängig auf Deutsch. Jonathan Howard (Bass) und Julian Gregory (Tenor) beherrschen die Sprache, der eine, weil er eine deutsche Schule besucht, der andere, weil er ein Jahr in Heidelberg verbracht hat. Schade nur, dass mancher Satz sich in der Kirche im Hall verflüchtigt.

Nach der Pause gibt es ein weiteres Jubiläumsstück, „Der Querdenker“ von Nico Muhly (Jahrgang 1981). Und dann ist die „Zuckertüte“ dran mit „Lieblingsstücken des Publikums und Überraschungen“, wie es im Programmheft heißt. In dieser Zuckertüte präsentieren die sechs Alleskönner Popsongs von Paul Simon, der britischen Singer- Songwriterin Frances und den Beatles. Das Spiritual „Down by the Riverside“ soll diesen perfekten Abend beschließen. Aber da macht das Publikum nicht mit. Erst nach zwei Zugaben entlässt es die King’s Singers von der Bühne. liz

LN

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