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Ein spannender Blick auf Rungholts Geschichte

Husum Ein spannender Blick auf Rungholts Geschichte

Das Nordsee-Museum Husum präsentiert Zeugnisse der hochmittelalterlichen Alltagskultur aus dem „Atlantis der Nordsee“.

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Eines der Exponate in Husum: Ein nach dem Fund eines Schädels rekonstruiertes Gesicht eines Bewohners von Rungholt.

Quelle: dpa

Husum. .  Das „Atlantis der Nordsee“ bekommt eine Sonderschau: Im Nordsee-Museum Husum startet an diesem Wochenende eine Ausstellung über das sagenhafte Rungholt. Zu den Höhepunkten zählt ein nach wissenschaftlichen Maßstäben rekonstruiertes Gesicht eines Rungholters. Rechtsmedizinerin Constanze Niess aus Frankfurt am Main hat die Gesichtsrekonstruktion extra für die Sonderausstellung gefertigt.

Die Ausstellung mit dem Titel „Rungholt. rätselhaft und widersprüchlich“ soll Details der hochmittelalterlichen Alltagskultur an der Nordseeküste zeigen. Exponate wie Balken der Rungholt-Schleuse oder spanisch-maurische Lüsterkeramik kommen aus Beständen der Stiftung Schloss Gottorf, des Heimatmuseums Nordstrand und des Museums Landschaft Eiderstedt in St.

Peter-Ording.

Rungholt war im ausgehenden Mittelalter eine Siedlung im Wattenmeer nahe der Hallig Südfall. Schätzungsweise 500 bis 1000 Einwohner lebten dort bis zur Zerstörung durch eine verheerende Sturmflut im Jahr 1362. Die versunkene Stadt rege bis heute die Fantasie der Menschen an, so die Initiatoren der Ausstellung. „Sie war Inspirationsquelle wichtiger Literaten und Spekulationsobjekt von Forschern und Laien. Dennoch wissen Experten relativ wenig über die für den Norden wichtige Handelsstadt.“ Realität, Mythos und Forschungsergebnisse zugänglich zu machen, sei Ziel der Ausstellung.

Den Mythos vom sagenhaften Reichtum der Stadt halten Wissenschaftler für widerlegt. Archäologen fanden in der Siedlung keine Hinweise auf Hinterlassenschaften einer vermögenden Oberschicht.

Die Menschen trieben Landwirtschaft; einige handelten wohl mit Butter oder Wolle und hin und wieder mit Bernstein. Nach Überzeugung von Rungholt-Kennern fristeten sie ein bescheidenes Leben.

Rungholt-Sonderausstellung: Nordsee-Museum im Nissenhaus, Herzog-Adolf-Straße 25, 25813 Husum. 29. Mai 2016 bis 29. Januar 2017.

LN

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