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Kultur im Norden Eine „Kathedrale“ für Design
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18:13 23.11.2016

. Am Thema Brexit geht im öffentlichen Leben in Großbritannien derzeit nichts vorbei. Auch das neue Museum für Design und Architektur, das heute in London eröffnet wird, betont den kontinental-europäischen Einfluss. „Wir verdanken unseren heutigen Lebensstil weitgehend der europäischen Kooperation und Tradition“, sagte Jordan Lewis vom Design-Museum. „Federbetten und Selbstbaumöbel gehörten lange nicht zu unserer Kultur.“

Das neue Design-Museum im schicken Stadtteil Kensington ist denn auch eine Verbeugung vor Terence Conran, der in den 1960er Jahren mit der Gründung seiner Habitat-Kette die Funktionalität und Erschwinglichkeit von modernem Design revolutionierte. Der heute 85-jährige Designer und Geschäftsmann bezeichnet das von ihm wesentlich mitfinanzierte Museum als eine „Kathedrale für Design“.

Museumsdirektor Deyan Sudjic spricht vom Tate-Effekt. „Wir hoffen, für Design das zu erreichen, was die Tate Modern für Gegenwartskunst getan hat.“

Das Konzept soll nach dem Wunsch der Planer durch eine „perfekte Fusion“ von Architektur, Inhalt und Design aufgehen. Für Umbaukosten von rund 83 Millionen Pfund (97 Millionen Euro) fand das weitgehend privat finanzierte Museum im ehemaligen Commonwealth-Institut seine neue Heimat. Innen ist die Ausstattung minimalistisch-radikal. Auf einer Fläche von 10000 Quadratmetern stellt das Museum rund 3000 Objekte zur Schau. Der Eintritt ist frei – nur für zwei jährliche Wechselausstellungen muss bezahlt werden. Archiv, Workshops, Auditorium und Künstlerstudios gehören zum Bildungsprogramm.

An Ideen mangelt es in dem neuen Museum nicht, und auch nicht an Exponaten. Ein Fahrradhelm mit Bremslichtern, der Plan für ein Radfahrnetz über Bahngleisen, eine Drohne, der U-Bahnzug der Zukunft und ein Model T Ford zählen dazu. Die Frankfurter Einbauküche von 1926 fehlt nicht, und ein AK-47-Gewehr soll demonstrieren, dass gutes Design auch „schädliche Zwecke“ haben kann.

LN

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