Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Kultur im Norden Eine düstere Welt voller Magie
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Eine düstere Welt voller Magie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:32 26.05.2018
Bilder und Musik verschmolzen bei der Aufführung in St. Marien zu einer Einheit. Quelle: Foto: Felix König
Lübeck

Der Film von und mit Paul Wegener entstand 1920. Er ist ein filmisches Kunstwerk ersten Ranges, mit seinen Licht- und Schattenwirkungen noch nach fast 100 Jahren eindrucksvoll und verstörend zugleich. Und eine wahre Spielwiese für Tonkünstler wie den Lübecker Orgelprofessor und Komponisten Franz Danksagmüller.

Gemeinsam mit Bernd Ruf, Professor für Popularmusik an der Lübecker Musikhochschule, und dem aus internationalen Studierenden bestehenden „Classical Beat“-Ensemble entstand zu den faszinierenden Filmbildern ein wunderbarer Klang-Teppich, der die visuellen Eindrücke noch verstärkte. Bernd Ruf (Sopransaxofon) und sein Sohn Ivo (Klarinette) als Solisten wanderten durch die Seitenschiffe der Kathedrale und nutzten die sonst so schwierigen akustischen Verhältnisse zu Raumklang-Wirkungen, die man selten so intensiv erlebt hat. Unheimlich und gelegentlich sogar gebrochen fröhlich wirkte diese Musik, analog zu den Bildern des Filmes, der im jüdischen Ghetto des mittelalterlichen Prag spielt. Dort erweckt ein Rabbi den Golem, einen ungeschlachten, künstlichen Menschen aus Lehm, zum Leben. Der Golem soll laut alten jüdischen Legenden Unheil abwenden Unglaubliche Wechselwirkungen entstanden, zumal das Ensemble – besetzt mit Streichern, Bläsern, E-Gitarre und großer Percussion – sehr präzise spielte. Auf der Grenze zwischen Notation und Improvisation entstanden diese Klänge, Filmmusik im allerbesten Sinne, zu der die große Orgel und Franz Danksagmüllers Live-Elektronik erheblich beitrugen.

Man fühlte sich tatsächlich ins alte Prag versetzt, in eine düstere Welt voll Magie, Beschwörungen und Bedrohungen. Das filmische Raffinement von „Der Golem“ erschloss sich dank der musikalischen Begleitung noch intensiver. Diese Musik lenkte nicht vom filmischen Geschehen ab, sie unterstrich und verstärkte die emotionale Kraft der Bilder noch – so kann und sollte Filmmusik wirken.

Am Ende dieses wunderbaren Abends in der kalten Kirche gab es großen Applaus für die Musiker. Fel

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Paddy Kelly kehrt nach 23 Jahren nach Lübeck zurück - Auch ohne Familie begeistert er die Fans.

26.05.2018

Summer in the City endlich ist die Sonne da .pünktlich zur WM. Wer richtig cooles Ambiente genießen will, während er die WM-Spiele der Nationalmannschaft guckt, ...

26.05.2018

Venedig. Seit gestern ist die Architekturbiennale in Venedig für Besucher geöffnet. Bis zum 25. November findet die 16. Ausgabe der internationalen Schau unter dem Motto „Freespace“ statt.

26.05.2018