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Kultur im Norden Eine flexible Stimme im Sound der Saxofone
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20:42 08.09.2017
Bedankt sich morgen mit einem Konzert in Schuppen 6 für die Verleihung des Lübecker Jazzpreises: Saxofonist David Jedeck (24). Quelle: Foto: Olaf Malzahn
Lübeck

Schon als kleiner Junge war David Jedeck dem Saxofon zugetan. Denn das fand er cool. Zunächst hat er jedoch ein anderes Instrument gelernt, er bekam Klarinettenunterricht, „das Saxofon konnte ich noch nicht halten“. Mit neun Jahren – die Familie war gerade von der Westküste Schleswig-Holsteins nach Lübeck gezogen – stieg er dann aufs Saxofon um.

Kirchenmusik und Jazz

In St Jakobi spielt David Jedeck heute ab 17 Uhr gemeinsam mit dem Organisten Lars Schwarze bei der Vernissage einer Installation von Maria Moser (siehe Text rechts).

Der Lübecker Jazzpreis wird ihm am Sonntag um 12 Uhr in Schuppen 6 verliehen. Anschließend spielt das David Jedeck Trio.

Die Verbindung hat sich als haltbar erwiesen. David Jedeck, inzwischen 24 Jahre alt, hat sich als Tenor- und als Sopran-Saxofonist einen Namen gemacht. Morgen wird ihm der zweite Lübecker Jazzpreis verliehen.

Seine „Virtuosität auf beiden Saxofonen“ und „insbesondere auch seine bereits ausgereifte Flexibilität, die es ihm erlaubt, mit eigenen Ideen auf seine Mitmusiker einzugehen und zum Gesamtkonzept und Gesamtsound eines Ensembles beizutragen und jeweils seine eigene persönliche musikalische Note und Auffassung einzubringen“, nahmen die Jury für ihn ein. Felix Griese vom Verein Travejazz, Thorsten Hingst (Unser Lübeck, Jazzpodium), Joachim Lipfert (Jazzclub „LiveCV“), Sven Klammer und Peter Ortmann (Verein Jazzpool Lübeck) haben über die Vergabe des zweiten Lübecker Jazz-Preises entschieden.

David Jedeck wirkt regelmäßig in Ensembles mit, die ein breites Spektrum des aktuellen Jazz abdecken, vom Hamburger Indie Jazz Projekt bis zum Saxofonensemble mit Fiete Felsch sowie mit seinem eigenen Trio“, heißt es in ihrer Begründung.

In Lübeck begann seine musikalische Karriere. David Jedeck war Mitglied der Bigband des Johanneums – hier entstand seine Liebe zum Jazz – und spielte in verschiedenen Ensembles, so zum Beispiel den Salt Peanuts, der Bigband der Lübecker Hochschulen, die heute beim Travejazz-Festival zu erleben ist (15 Uhr, Schuppen 6). Nach dem Abitur studierte er an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Inzwischen lebt David Jedeck in Bremen.

Nicht nur dem Jazz, sondern auch der Kirchenmusik ist der 24-Jährige eng verbunden. Das liegt nahe – beide Eltern sind Pastoren an St. Jakobi in Lübeck –, stellt aber keine Selbstverständlichkeit dar. „Ich spiele gern in Gottesdiensten.“ Gern Werke von Johann Sebastian Bach, was auf dem Saxofon gut gehe. Nur ganz große Sprünge lasse das Instrument nicht zu.

Der Lübecker Jazz-Preis erreicht ihn zu einer Zeit, in der er dabei ist, sich beruflich neu zu orientieren. David Jedeck hat ein Psychologie-Studium in Bremen begonnen. Das Ziel ist noch nicht ganz klar, vielleicht möchte er später einmal als Therapeut in einer Klinik arbeiten. Der Musik, dem Saxofon, dem Jazz aber bleibt er verbunden – auch wenn er nicht mehr darauf angewiesen sein wird, seinen Lebensunterhalt als Musiker zu verdienen, sondern sich die Freiheit nehmen kann, „zu spielen, worauf ich Lust habe“.

Fotos und Eindrücke vom Travejazz Festival unter www.LN-online.de/TraveJazz

 Liliane Jolitz

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