Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 0 ° Regenschauer

Navigation:
Eine preisverdächtige Villa am Meer

Lübeck Eine preisverdächtige Villa am Meer

Eine solche Villa bauen zu dürfen – für Joenne Hub hat es etwas Märchenhaftes: ein Haus am Meer, bei dem der Bauherr seinem Architekten viele Freiheiten lässt. Nun ist das Projekt auch noch in der engeren Auswahl für einen Preis, der in Berlin verliehen wird.

Voriger Artikel
Starke h-Moll-Messe in St. Aegidien
Nächster Artikel
Ken Follett startet Roman-Tournee in Hamburg

Der Lübecker Architekt Joenne Hub mit dem Modell „seiner“ Villa in Wyk auf Föhr.

Quelle: Foto: Lutz Roessler

Lübeck. Joenne Hub, Jahrgang 1974, hat in Zürich studiert, nach seinem Abschluss in zwei Lübecker Architekturbüros gearbeitet und sich 2013 gemeinsam mit seinem Freund und Studienkollegen Marcus Schmitz selbständig gemacht. „Wir Architekten sind keine Künstler, sondern Dienstleister, die sich an die Vorgaben ihrer Bauherren zu halten haben“, sagt er. Bei dem Villen-Projekt aber durfte er sich austoben. Der Bauherr, der namentlich nicht in Erscheinung treten möchte, kannte Hub aus dessen Zeit als angestellter Architekt. Ein Anruf, ein Treffen – und bald schon der Auftrag. „Er wollte jemand Junges, der noch nicht festgelegt ist“, sagt Hub.

Der Auftraggeber übergab ihm sein Raumprogramm und nannte seine Vorstellungen: Das Haus, in Wyk auf Föhr direkt am Strand gelegen, solle sich zur nordfriesischen Bautradition bekennen, zugleich aber eigenständig und zukunftsweisend sein.

„Von außen macht das Haus nicht viel her“, sagt Joenne Hub. Gemeint ist, dass die Villa nicht protzig wirkt. Gleichwohl ist es ein mehr als stattlicher Bau. Die Mauern aus dänischen Ziegeln, das Dach reetgedeckt. Etwas ganz Besonderes ist der gläserne Dachfirst – den künftigen Bewohnern gibt er viel Licht, für den Architekten stellte er eine planerische und konstruktive Herausforderung dar.

Bauweise und gewählte Materialien sind ein Bekenntnis zu dem Ort, an dem das Haus steht, ohne dass es ein romantisch verklärtes Bild friesischer Bautradition wiedergibt.

Mit dem Projekt hat sich Joenne Hub beim World Architecture Festival für einen der Preise beworben, die dort vergeben werden. In der Kategorie Zukunftsprojekte/Häuser kam er auf die Shortlist. In Berlin wird er sein Projekt nun selbst der Jury vorstellen.

Das World Architecture Festival (WAF) wirbt damit, Architekten aus aller Welt Gelegenheit zu geben, sich zu treffen, sich auszutauschen und Anregungen zu finden. Es findet in diesem Jahr vom 15. bis 17. November in Berlin statt. Die dort vergebenen Preise, so heißt es auf der Homepage, fänden bei Architekten wie Bauherren gleichermaßen Anerkennung.

liz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur im Norden