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Elbphilhamoniker begeisterten in der MuK

Lübeck Elbphilhamoniker begeisterten in der MuK

Opulente Klangbilder mit Edvard Griegs Klavierkonzert a-Moll und der 5. Sinfonie von Prokofjew.

Lübeck. Gewaltig. So lässt sich der eindrucksvolle Abend mit dem Elbphilharmonie Orchester zusammenfassen. Nicht nur das Klavierkonzert von Edvard Grieg, sondern auch die 5.

Sinfonie von Sergej Prokofjew waren in jeder Beziehung opulent, dabei tiefgründig und komplex. Die NDR-Sinfoniker wurden von Michal Nesterowicz geleitet. Nicht nur die Musiker selber schätzen den sportlich-zupackenden Künstler, das Lübecker Publikum war hingerissen von der Kraft und der feinsinnigen Kunst, die unter seinen Händen in der sehr gut besuchten Lübecker Musik- und Kongresshalle entstand.

Aber das Publikum verneigte sich an diesem Abend noch vor einem zweiten Ausnahmekünstler, der mit diesem Konzert bei den NDR-Sinfonikern debütierte. Der russische Pianist Nikolai Tokarev spielte Griegs Klavierkonzert so wunderbar natürlich, als hätte er es selbst geschrieben und würde es gerade einem engen Freundeskreis vorstellen. Dadurch entstand eine intime Atmosphäre, in der der 33-Jährige einen klangstarken und nachdenklichen ersten Satz, einen seelenvollen, wie mit Licht erfüllten zweiten und einen virtuos-koboldhaften dritten entwickelte. Die Philharmoniker gingen optimal mit.

Nach der Pause wurde deutlich, dass es ein sehr gutes Orchester braucht, um Prokofjews 1945 als Siegessinfonie uraufgeführtes Werk so monumental wirken zu lassen, wie es gedacht war. Ein ungeheurer Klangapparat entfaltete sich in der MuK-Rotunde. Dirigent Nesterowicz führte die Musiker bis an die Grenzen des dynamisch Machbaren und blieb doch immer sensibel in der Gestaltung. Viel Applaus gab es und strahlende Gesichter auf der Bühne und davor. Cornelia Schoof

LN

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