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Kultur im Norden Ensemble „Klangrauschen“ lässt aufhorchen
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11:24 27.11.2018
Pianistin Ninon Gloger (vorne) zusammen mit Marie Yamanaka (Viola,l.)), Liz Farrell (Flöte) und Heiko Maschmann (Kontrabass Quelle: .
Lübeck

Kunst kann die Gesellschaft verändern, hat Kraft und kann etwas in Bewegung setzen: Fest an diese Idee glauben zeitgenössische Komponisten, die mit ihrer Musik wachrütteln wollen. Sie stehen im nächsten Konzert der Reihe „Klangrauschen“ im Mittelpunkt. Am Sonnabend, 1. Dezember, werden unter dem Titel „Utopia“ Stücke für Flöte, Viola, Kontrabass und Klavier in unterschiedlichen Besetzungen präsentiert. Ninon Gloger, Pianistin und künstlerische Leitung der Konzertreihe, sagt über Maurizio Kagels Stück „Con Voce für drei stumme Spieler“: „Hier wird mit den Erwartungshaltungen des Publikums an die Musiker gespielt, die in bestimmter Kleidung bestimmte seriöse Dinge tun – all das wird nicht erfüllt.“ Unser aller Schubladendenken werde gründlich hinterfragt.

Es wird auch eine Uraufführung geben: „Pandoras Box“ für Kontrabass und Tonband von Georg Katzer. Das sowohl poetische als auch politische Stück, in dem die Wegwerfgesellschaft kritisch hinterfragt wird, hat der Komponist für den Kontrabassisten Heiko Maschmann geschrieben. Anders, aber ebenfalls politisch ausgerichtet, ist das Werk „Coming together“ von Frederic Rzewski, der im April seinen 80. Geburtstag gefeiert hat. Verlesen wird der Brief eines Gefangenen der Strafanstalt Attica im Bundesstaat New York. Der 1970 geschriebene Brief habe eine ganz eigene Lyrik, sei sehr versöhnlich im Grundtenor, erläutert Ninon Gloger. „Der Text fährt geradezu gegen eine musikalische Maschinerie aus Minimal-Music.“ Es entstehe eine Unausweichlichkeit und Härte, die betroffen mache. Im Text gehe es um Liebe, die Realität spiegele nur Kälte.

Klangrauschen“ hat sich vom rein Lokalen zum Regionalen weiterentwickelt. Fest im Programm sind seit dem Herbst nun neben den Lübecker Abenden auch Konzerte in Kiel. Das Ensemble besteht aus Musikern beider Städte.

„Utopia“, 1. Dezember, 20 Uhr,Lübecker Essigfabrik, Kanalstraße 26-28, Karten für 15/6 Euro an der Abendkasse, unter www.klangrauschen.com oder telefonisch unter 0179/6871145.

Cornelia Schoof

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