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„Entdeckungsreise auf vertrauten Pfaden“

Lübeck „Entdeckungsreise auf vertrauten Pfaden“

Museumsleiter Alexander Bastek berichtet, wie die Ausstellung „Niederländische Moderne“ ins Behnhaus/Drägerhaus kam.

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Museumschef Alexander Bastek.

Lübeck. Wie kommt die Ausstellung bei den Besuchern an?

Alexander Bastek: Ich bekomme sehr positive Rückmeldungen. Die Kunst der Niederländer wird tatsächlich als Entdeckung wahrgenommen. Den meisten Besuchern sind die Künstler völlig unbekannt und die Motive so vertraut.

Worin liegt ihr Reiz?

Bastek: Die Ausstellung soll neben dem Erkenntnisgewinn einfach schöne Bilder — Landschaften, Interieurs, Stillleben — in den grauen Wintermonaten präsentieren. Im Besucherbuch heißt es: „. .

.mit vielen farbigen Eindrücken geht‘s hinaus in den grauen November.“ Sehnsuchtsbilder und Stimmungslandschaften sind also tatsächlich vor allem in der dunklen Jahreszeit gefragt.

Wie ist es dazu gekommen, dass diese Ausstellung in Lübeck gezeigt wird?

Bastek: Die Kollegen in Groningen haben die Sammlung Veendorp, die sich seit 1969 im Groninger Museum befindet, 2012 für eine Neupräsentation gründlich aufgearbeitet— die Geschichte des Sammlers und der Sammlung, Informationen zu den einzelnen Bildern. Nachdem die Sammlung dort bis zum 17. März 2013 präsentiert worden war, wollte man Sammlung und die Kunst der Holländischen Moderne auch außerhalb des Landes bekannt machen. Der Direktor des Groninger Museums fragte verschiedene Museen in Deutschland an. In Lübeck meldete er sich sicherlich auch, weil er hier 1989/90 als Volontär seine Museumskarriere begann.

Was hat Sie bewogen, die Austeilung in Lübeck zu zeigen?

Bastek: Ich habe mir die Sammlung mit den Kollegen aus Freiburg und Würzburg angeschaut und war gleich überzeugt, dass sie gut nach Lübeck passt. Die frühe moderne Landschaftsmalerei, wie sie durch die Vertreter der Haager Schule in der Sammlung zu sehen ist, erinnert an die Künstler der Weimarer Malerschule oder des Leibl-Kreises, wie sie im Behnhaus zu finden sind. Zum Vergleich mit dem Bekannten aus unserer Sammlung regt diese Ausstellung an.

Warum ist die „Niederländische Moderne“ in Deutschland weitgehend in Vergessenheit geraten?

Bastek: In Deutschland haben sich Kunstgeschichte und die Museen eher auf die eigene, die deutsche Kunst konzentriert oder die populären Maler aus Frankreich ins Zentrum des Interesses gerückt.

So war das in anderen europäischen Ländern aber auch. Niederländische Künstler des 19. und frühen 20. Jahrhunderts hat man allenfalls als Vergleichsgrößen mitgeschleppt — zum Werk von Liebermann etwa, der ja viel in Holland gemalt hat.

Aus welchen Gründen empfehlen Sie die Wiederentdeckung?

Bastek: Ich glaube, dass viele Besucher bei den immer gleichen Namen, die ihnen in großen Kunstausstellungen präsentiert werden, manchmal die Lust an solchen Ausstellungen verlieren. Da bedeuten Neuentdeckungen tatsächlich einen besonderen Anreiz. Sie dürfen allerdings auch nicht zu kompliziert sein, etwa, dass man sich in ganz neue Kunstformen einsehen und eindenken muss. Daher ist die Ausstellung als „Entdeckungsreise auf vertrauten Pfaden“, wie wir sie angekündigt haben, besonders empfehlenswert.

Interview: Liliane Jolitz

LN

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