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„Enthüllungsbuch“ zu Gurlitt-Sammlung

„Enthüllungsbuch“ zu Gurlitt-Sammlung

Berlin. Der Dokumentarfilmer und Sachbuchautor Maurice Philip Remy hat schwere Vorwürfe gegen die deutschen Behörden wegen ihres Vorgehens gegen den Kunstsammler Cornelius Gurlitt erhoben. Zeitgleich wurde in Bern die Doppelausstellung „Bestandsaufnahme Gurlitt“ eröffnet.

Die Sammlung sei 2012 „rechtswidrig“ als NS-Raubkunst beschlagnahmt worden. Man habe Gurlitt dadurch „in den Tod getrieben“, sagte Remy gestern bei der Vorstellung seines Buches „Der Fall Gurlitt“.

Remy verwies darauf, dass von den insgesamt 1566 in Gurlitts Wohnungen in München und Salzburg beschlagnahmten Bildern bisher bei lediglich sechs NS-Unrecht nachgewiesen sei.

Mit einem Anteil von weniger als einem Prozent verfolgungsbedingt entzogener Bilder dürfte die anfangs gelegentlich als „Nazi-Schatz“ betitelte Sammlung in Wirklichkeit weniger NS-Raubkunst enthalten als jede durchschnittliche Museumskollektion. Dennoch hätten Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und ihr Amtschef Günter Winands weiterhin den Eindruck erweckt, bei der Sammlung Gurlitt handele es sich um Kunstraub. Sie hätten damit das Vorgehen der Behörden nachträglich rechtfertigen wollen und „über Jahre hinweg durchaus gezielt verschleiert und in die Irre geführt“, sagte Remy.

Ein Sprecher von Grütters wies die Vorwürfe zurück. Die Bundesregierung habe vor allem aus moralischer Verpflichtung für die weltweite jüdische Gemeinschaft große Anstrengungen unternommen, die Herkunft der Werke transparent und eindeutig zu klären. „Dass bisher nur sechs Raubkunstwerke nachgewiesen werden konnten, ist ein Ergebnis, das wir ja gerade ohne die Forschung der eingesetzten Taskforce gar nicht hätten“, so der Sprecher.

LN

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