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Entspannte Musiker, lyrischer Jazz

Niendorf/Ostsee Entspannte Musiker, lyrischer Jazz

Der Trompeter Nils Wülker und seine Band in der Evers-Werft von Niendorf.

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Trompeter Nils Wülker bei einem Auftritt im Jahr 2014 in Lübeck.

Quelle: Malzahn

Niendorf/Ostsee. Unaufgeregte Typen, wie der Norddeutsche sie schätzt, haben die Evers-Werft in Wallung gebracht. In Niendorf an der Ostsee zeigten Nils Wülker und seine Band, welch eine beglückende Mischung entsteht, wenn Präzision, Schnelligkeit und viel Gefühl zusammenkommen. Frontmann Wülker brillierte abwechselnd auf dem samtig klingenden Flügelhorn und dessen Schwester, der strahlenden Trompete.

Es entstand ein sehr lyrischer Jazz. Gerade der Beginn war entspannt. Leicht und leise stiegen der Trompeter und seine Kollegen in das Konzert ein – und verabschiedeten sich erst zwei Stunden später auf dieselbe Art. Sie spielten durch, brauchten keine Pause, und auch das Publikum in der vollbesetzten Halle ging bestens mit. Die meisten Songs stammten aus Wülkers neuem Album „Up“. Auffallend war, wie selbstverständlich die Künstler sich die musikalischen Bälle zuspielten. Wülker führte ruhig durch den Abend und betonte, dass jeder Einzelne mit eigenen Projekten gut im Geschäft sei. Das gab der Gruppe eine sehr angenehme Sorglosigkeit. Keiner musste sich oder irgendwem etwas beweisen. Alle machten einfach nur Musik. Grandios waren sie alle: Lars Duppler (Keyboard), Edward Maclean (Kontrabass), Simon Gattringer (Schlagzeug) und Arne Jansen (E-Gitarre). Die fünf Freunde bildeten eine Einheit, einen außergewöhnlich feinen Gruppenklang, aus dem dann die verschiedenen Soli emporstiegen. Anders als in den vorigen Alben hat Song-Schreiber Wülker sein Talent für gesangliche Melodien noch etwas ausgeweitet und die Stimme tatsächlich mit einbezogen. Julian Schmit passte mit seiner klangvollen und weichen Stimme gut in die Band. Dennoch war zu spüren, dass die anderen Musiker der harte Kern sind und er ein Gast. Die Stimme trug, keine Frage, aber irgendwie blieb er doch ein Fremdkörper.

Die Bühne wurde abwechselnd in froschgrünes, tiefseeblaues oder feuerrotes Licht getaucht. Mehr brauchte es nicht, um eine anheimelnde Atmosphäre zu erzeugen.

C. Schoof

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