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Kultur im Norden Erfahrungen mit der Integration
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20:20 16.04.2018
Die Brüder Mojtaba, Masoud und Milad Sadinam (v. l.). Quelle: Foto: Hfr

Wobei nur Masoud Sadinam (33) und sein Zwillingsbruder Mojtaba anwesend sein werden, Milad (31) fehlt. Der Jüngere hat Wirtschaftsinformatik studiert, Masoud und Mojtaba schreiben gerade ihre Abschlussarbeiten in Geschichte und Politik beziehungsweise Geschichte und Philosophie.

„Unerwünscht“? Das klingt nach schlechten Erfahrungen in Deutschland. Tut es auch, sagt Masoud Sadinam, aber das beziehe sich auf die politische Ebene. Sie hätten das Buch ebenso gut „Erwünscht“

nennen können, denn auf der persönlichen Ebene hätten sie von Anfang viele Helfer und Unterstützer gefunden. „Wir heben das auch immer hervor“, sagt er. „Aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Gesetzeslage in Deutschland dominant ist.“

Ihre Eltern gehörten im Iran zur Opposition. Als es für die Mutter bedrohlich wurde, bereiteten sie die Flucht vor und kamen als Asylbewerber nach Münster. Die Brüder sprachen kein Wort Deutsch und begannen in einer „Auffangklasse“. Aber sie lernten schnell, machten glänzende Abschlüsse, bekamen Stipendien.

Kurz vor dem Abitur hatte ihnen noch die Abschiebung gedroht. Wenn sie daher die Bedeutung der Sprache unterstrichen, sei das nur ein Teil der Integration, sagt Masoud Sadinam. Mindestens ebenso wichtig sei die Frage gewesen, ob sie in Deutschland bleiben können. Inzwischen sind die Brüder und ihre Mutter deutsche Staatsbürger, der Vater, der 1998 kam und von seiner Frau geschieden ist, noch nicht.

Das Buch ist 2012 erschienen. Auf die Flüchtlingswelle drei Jahre später sind sie im Vorwort zur Taschenbuchausgabe von 2016 eingegangen. int

Info: Lesung aus „Unerwünscht“ am 19. April im Grass-Haus (19.30 Uhr). Karten kosten 9 Euro (ermäßigt 7 Euro).

LN

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