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Kultur im Norden Erinnerung an Karlrobert Kreiten
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19:12 22.09.2016

Karlrobert Kreiten, geboren 1916 in Bonn, galt als eines der größten pianistischen Talente seiner Zeit. Am 3. Mai 1943 wurde er von der Gestapo verhaftet, wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt und am 8. September 1943 hingerichtet. Am Tag seiner Verhaftung sollte Kreiten ein Konzert in Heidelberg geben – dazu kam es nicht mehr. Aus Anlass des 100.

Geburtstages von Kreiten hat der Hamburger Kinderarzt und Autor Moritz von Bredow eine Tournee organisiert, in der der junge Pianist Florian Heinisch Kreitens „ungespieltes Konzert“ aufführt. Am Mittwoch spielte Heinisch in der Gemeinnützigen.

Florian Heinisch, der bei Sontraud Speidel in Karlsruhe studiert, hat sich intensiv mit Karlrobert Kreitens schwierigem Programm auseinandergesetzt. Sechs Etüden von Chopin, Sonaten von Beethoven und Mozart, ein Bach’sches Orgelpräludium mit Fuge von Busoni für Klavier gesetzt und dann noch eine Liszt-Rhapsodie: Dieses Programm will erst einmal einstudiert sein.

Heinisch erwies sich als hoch talentierter junger Musiker. Seine Interpretation von Beethovens „Appassionata“ bestach durch Kontraste in Tempi und Dynamik, die technischen Schwierigkeiten in den Chopin-Etüden meisterte er mit scheinbarer Leichtigkeit. In Mozarts Sonate Nr. 10 C-Dur war Heinischs Anschlag im langsamen Satz etwas zu kräftig, was der transparenten Darstellung des Werkes aber kaum schadete. In seinem Element war der junge Pianist in Liszts „Rhapsodie espagnole“. Hier konnte er den Flügel donnern und krachen lassen, das war hochvirtuos und beeindruckend. Als Zugabe dann noch Schönberg – ein bemerkenswerter Abend der Erinnerung.

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