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Kultur im Norden Erinnerungen an die Brandnacht vor 80 Jahren
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18:35 05.09.2018
Die Leiterin des Willy-Brandt-Hauses, Bettina Greiner (l.), und Museumspädagogin Frauke Kleine Wächter mit dem Katalog zur Sonderausstellung. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

„Es brennt – Antijüdischer Terror im November 1938“ heißt eine Ausstellung, die ab sofort im Willy-Brandt-Haus zu sehen ist. Sie will verdeutlichen, was in den Tagen um den 9. November geschah, als die gesamte NS-Prominenz in München versammelt war und der Befehl zur Zerstörung der Synagogen erging. Nicht in einzelnen Städten, sondern in mehr als 1200 Orten, betonen Dr. Bettina Greiner, Leiterin des Willy-Brandt-Hauses, und Kuratorin Frauke Kleine Wächter.

Ein großer Raum wurde neu gestaltet. An der Wand sind in Bild und Text Beispiele jüdischer Gotteshäuser zu sehen, von Bamberg bis Wien. Dargestellt werden in einer obersten „Schicht“ die Synagogen vor der Zerstörung. Auf schwarzem Trauerband brennen darunter die Gebäude. Aufschlussreich auch, was unten über die Geschichte der Gotteshäuser bis heute zu erfahren ist, von Wiederaufbemühungen bis zum Totalabriss und vielleicht einer Gedenktafel.

Die Ausstellung war bereits in Berlin zu sehen. Sie ist in Lübeck um das Schicksal der Synagoge in der St. Annen-Straße ergänzt, ebenfalls mit Fotos von 1880 bis heute. Blickfang beim Betreten des Raumes sind große Kuben, nicht als Rechtecke, sondern schräg gestellt; eine Welt ist aus den Fugen geraten. Ein Sehschlitz zeigt Fotos aus der Brandnacht, mit Zuschauern, die oft unbeteiligt daneben stehen.

„Hier wird deutlich, wie aus Worten Taten werden“, sagt Bettina Greiner und verweist auf die Aktualität durch Ereignisse in Chemnitz und anderswo. 1938 sei es nicht in erster Linie um Gebäude gegangen. Es sei ein Angriff auf Menschen gewesen, eine Ausgrenzung, betont Greiner.

Die Ausstellung wird am 6. September um 19 Uhr mit einer Podiumsdiskussion in der Reformierten Kirche, Königstraße 18, eröffnet. Sie ist bis 28. Oktober zu sehen. Ein Rahmenprogramm ist vorbereitet. Schulklassen oder Erwachsenengruppen können sich zu Führungen anmelden.

Konrad Dittrich

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